Internationalisierung

Unternehmenssprache Englisch - Wie die Umstellung gelingen kann

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Fünf Punkte, die es zu beachten gilt

Eine Arbeitssprache zu etablieren bringe viele Tücken, aber doch auch viele Chancen mit sich, so die Wissenschaftlerin. „Um Informationsflüsse im Unternehmen zu optimieren, ist es vor allem wichtig, potentielle Barrieren und Chancen zu erkennen. Wo liegen die sprachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter? Wo können sich sogenannten ;language clusters', das heißt Gruppen von Mitarbeitern mit gemeinsamer Sprache, bilden und wie kann das zu Vor- oder Nachteilen führen?“, erklärt Komori-Glatz. Folgende Punkte sollten der Forscherin zufolge beachtet werden:

  • Es braucht ein Konzept. Soll beispielsweise Englisch als Arbeitssprache etabliert werden, müsse vorab Grundsätzliches geklärt werden, wie beispielsweise, wann es Sinn macht, Englisch einzusetzen und wie die Stakeholder eines Unternehmens erreicht werden können.
  • Die Umstellung einer Firmensprache ist extrem ressourcenintensiv. Dokumente müssen übersetzt werden, alles muss bestätigt beziehungsweise nachkontrolliert werden, Sprachen können nicht schnell angeeignet werden. Ein allgemeines Language-Training ist leider oft nicht genug: Das Training muss spezifisch für die Branche, die Firma und sogar die eigene Tätigkeit maßgeschneidert werden.
  • Vorsicht bei Schattenhierarchien! Sogenannte „Language nodes“, mehrsprachige Mitarbeiter, sind eine wertvolle Ressource, um Information direkt und verständlich zu vermitteln. Schwierig wird es allerdings dann, wenn sich dadurch Schattenhierarchien entwickeln und die Firma zu sehr von Language nodes abhängig wird, weil diese mehr Macht haben, als ihre eigene Funktion mit sich bringt.
  • Informationsflüsse müssen beobachtet und gegebenenfalls innovativ gefördert werden. Regelmäßiges Einholen von Feedback ist wichtig, um sicher zu stellen, dass die (richtigen) Informationen ankommen. Schriftliche Vorbereitung für Meetings oder Zeit für Brainstorming in kleineren Gruppen unterstützt Kollegen mit weniger ausgeprägten Sprachkenntnissen, die mehr Zeit oder sprachliche Hilfsmittel brauchen, dabei, ihre Ideen auszudrücken und sich einzubringen.
  • Fremdsprachenkenntnisse über Englisch hinaus sind immer ein Vorteil. Auch wenn Englisch die Arbeitssprache ist, fördert die Mehrsprachigkeit informelle Informationsflüsse und die Beziehungsebene. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sogar ganz wenige Kenntnisse von der Sprache der Business-Partner einen Beitrag zum Vertrauen leisten.

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