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Internationalisierung Unternehmenssprache Englisch - Wie die Umstellung gelingen kann

| Redakteur: Melanie Krauß
(Bild: gemeinfrei (Pixabay, Free-Photos) / CC0 )

Mit der zunehmenden Internationalisierung von Unternehmen im deutschsprachigen Raum wird auch die Diskussion rund um Englisch als Arbeitssprache immer wieder aufgegriffen. Manager, die hier unbedacht vorgehen, können kläglich scheitern, weiß Miya Komori-Glatz, Wissenschaftlerin vom Institut für Englische Wirtschaftskommunikation an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU). In ihrer Forschung widmet sie sich der Frage, wie sich Englisch als Arbeitssprache in Teams entwickelt, die Englisch nichts als Muttersprache beherrschen und welche Auswirkungen die Etablierung der Fremdsprache am Arbeitsplatz mit sich zieht. Dabei zeigte sich: Fehlerquellen gibt es jede Menge, aber auch Hoffnung.

In internationalen Teams arbeiten, reisen, mehrere Sprachen sprechen – für viele Menschen ist dies heute der gelebte Arbeitsalltag. Doch nicht jedem fällt der Umgang mit einer Fremdsprache wie Englisch als Arbeitssprache leicht. „Gerade die Umstellung innerhalb eines Unternehmens von Deutsch als gelebte Sprache auf Englisch, stellt einen großen Einschnitt dar und fällt vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schwer“, so Komori-Glatz. „Wer möchte, dass sich in seinem oder ihrem Unternehmen Englisch als Arbeitssprache ganzheitlich durchsetzt, braucht ein professionelles Konzept. Denn kaum ein Unternehmen möchte sich langfristig Verständigungsprobleme zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leisten.“

Chance und Herausforderung für Teams

Im Rahmen ihrer Forschung entwickelte Komori-Glatz ein Rahmengerüst, das die relevanten Fragestellungen und Bereiche im Unternehmen bei der Etablierung von Englisch zeigen soll. „Im Zentrum steht immer die Frage, wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprachlich erreicht und Informationsbarrieren vermieden werden können“, so die Wissenschaftlerin. Deutlich wurde dabei, dass die sprachliche und kommunikative Kompetenz in Englisch ein entscheidender Machtfaktor im Unternehmen sein kann. Dadurch können den Mitarbeitern sowohl Vorteile als auch Nachteile entstehen.

„Gleichzeitig sehen wir aber in einer weiteren, eigenen Studie, dass sich sprachlichen Kompetenzen auch im Team gemeinsam entwickeln können.“ Für diese Erkenntnis beobachtete und interviewte Komori-Glatz englischsprachige Arbeitsgruppen von Studierenden. Dabei zeigt sich, dass die Gruppen im Laufe der Zusammenarbeit eigene Begrifflichkeiten, ein eigenes Vokabular, und eigene kommunikative Praktiken entwickelten. „Die Studierenden haben sich sozial wie auch fachlich gemeinsam entwickelt. Mit dem Verständigungsprozess ging auch ein gemeinsames Vokabular einher. Nicht nur die Inhalte, sondern auch die Art, etwas zu sagen, haben sie einander angepasst“, so Komori-Glatz, „Dies deutet darauf hin, dass – sofern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst dafür einsetzen – ein gemeinsamer, inkludierender Entwicklungs- und Lernprozess entstehen kann. Dadurch kommt man erfolgreich ans Ziel.“

Von der Teeküche bis zum Besprechungsraum

Um tatsächlich alle Kommunikationskanäle zwischen den Mitarbeitern, sowohl untereinander als auch zu den Führungskräften und der Unternehmenszentrale, offen zu halten, sind die Anforderungen laut Komori-Glatz jedoch hoch. Besonders entscheidend sei hier die Flexibilität, zu reagieren, wenn Informationen nicht alle erreichen oder Barrieren entstehen. „Nicht immer ist es sinnvoll, alle Informationen nur auf Englisch anzubieten – gerade wenn noch kein einheitliches Sprachniveau im Unternehmen herrscht. Möchten Führungskräfte Kommunikation unter multikulturellen Mitarbeitern von der Teeküche bis hin zum Besprechungsraum ermöglichen, erfordert es die Flexibilität, auch Informationen zusätzlich noch in der überwiegenden Muttersprache anzubieten, um Wissensklüfte und schwankende Machtverhältnisse zur Informationsvor- und –nachteile zu vermeiden“, so Komori-Glatz. „Dabei ist es gleichzeitig wichtig, dass neue Mitarbeiter sich auch in der Firma wohl fühlen und nicht durch die Landessprache ausgeschlossen werden.“

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