Keine Erholung VDW erwartet Rückschläge für deutschen Maschinenbau

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Die deutsche Werkzeugmaschinen-Industrie wird in diesem Jahr wahrscheinlich einen Verlust von rund 3 Prozent erleiden, so der VDW.

Gestern fand die Jahrespressekonferenz des VDW statt. Experten des Vereins informierten dabei über die bestehenden Probleme im deutschen Werkzeugmaschinen-Bau. Auch der Fachkräftemangel bleibt ungelöst. Hier eine Zusammenfassung ...(Bild:  industrieblick - stock.adobe.com)
Gestern fand die Jahrespressekonferenz des VDW statt. Experten des Vereins informierten dabei über die bestehenden Probleme im deutschen Werkzeugmaschinen-Bau. Auch der Fachkräftemangel bleibt ungelöst. Hier eine Zusammenfassung ...
(Bild: industrieblick - stock.adobe.com)

Der vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabrikanten (VDW) prognostizierte Rückgang in der Produktion von knapp 3 Prozent bedeutet monetär rund 14,8 Milliarden Euro weniger. Das bisherige Rekordvolumen aus dem Jahr 2018/2019 von 17 Milliarden Euro kann also auch nach fünf Jahren nominal noch nicht ausgeglichen werden, bedauerte Franz-Xaver Bernhard, Vorsitzender des Vereins, im Rahmen der Jahrespressekonferenz gestern in Frankfurt am Main.

Inlandsgeschäft nur halb so gut wie der Export

Bereits seit Beginn des vergangenen Jahres knirscht es im Getriebe, was den Auftragseingang angeht. Umsatz und Produktion gehen zurück. Geholfen hatte der hohe Auftragsbestand mit einer Reichweite von rund 11 Monaten. Weil Lieferengpässe jedoch kaum noch eine Rolle spielten, wurde er zuletzt zügiger abgearbeitet und könne fehlende Neubestellungen immer weniger kompensieren. Insgesamt sind die Bestellungen 2023 nominal um 10 Prozent gesunken. Der Rückgang wurde immerhin teilweise durch Monate mit stärkerem Projektgeschäft gebremst und hielt sich deshalb noch in Grenzen, so der VDW. Die Inlandsnachfrage ist mit einem Minus von 14 Prozent aber fast doppelt so stark gesunken wie die Auslandsnachfrage.

Die Weltwirtschaft treibt Maschinenbau kaum an

Die Wachstumsraten für Bruttoinlandsprodukt und Investitionen gehen im Vergleich zum Vorjahr nochmals zurück. Der internationale Einkaufsmanagerindex zeige in allen wichtigen Märkten ebenfalls eine schwache Weltkonjunktur an, was insbesondere in der Eurozone und in Deutschland zu spüren sei. „Tatsächlich sehen wir derzeit eine gespaltene Entwicklung“, führte Bernhard weiter aus. Denn Wachstumssektoren wie Elektromobilität, Windkraft, Medizintechnik, Aerospace und Rüstung stützten vor allem das Projektgeschäft, während das Standardmaschinengeschäft schwächer laufe. Kleine und mittelständische Kunden, wie Job Shops, seien verunsichert. Sie hielten sich bei den Investitionen deshalb zurück. Maschinenkäufe seien aufgrund gestiegener Zinsen auch noch schwieriger zu finanzieren. Unternehmen, die sich frühzeitig auf den Transformationsprozess eingestellt haben, konnten der Nachfrageschwäche aber besser begegnen, wie es weiter heißt.

Ein Hoffnungsträger wird mit Indien gesehen

Im vergangenen Jahr ist die Produktion geschätzt um knapp 8 Prozent gestiegen, was sich mit rund 15,2 Milliarden Euro beziffern lässt. Real sind das aufgrund der im Jahresmittel nach wie vor hohen Inflation rund zwei Prozent mehr. Der Export ist um 9 Prozent gewachsen. Die Exportquote erreichte knapp 70 Prozent. Forciert wurden die Ausfuhren durch ein 2-stelliges Wachstum in Amerika. Asien und Europa konnten nur einstellig zulegen, wie der VDW resümiert. Insbesondere die USA entwickelten sich äußerst dynamisch. Das war getrieben durch Investitionen in den Klimaschutz und in erneuerbare Energien. China hingegen durchlebte eine Wachstumsschwäche aufgrund sinkender Konsumnachfrage und wegen des kriselnden Immobiliensektors, was nach wie vor anhält, heißt es. Die Zeiger des Hoffnungsträgers Indien hingegen zeigten steil aufwärts.

Der Inlandsabsatz konnte mit fünf Prozent nicht ganz so stark zunehmen. Das spiegelt auch die schwächere Nachfragesituation bei heimischen Kunden wider. Die Unternehmen waren mit 89,6 Prozent im Schnitt des vergangenen Jahres gut ausgelastet und haben auch wieder Personal aufgebaut. Ende 2023 waren rund 66.600 Menschen in der Branche beschäftigt – 2,4 Prozent mehr als Ende 2022.

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