Werkzeugmaschinen-Konjunktur 2010 VDW-Vorsitzender Martin Kapp: Alles was hilft, die Mitarbeiter zu halten, ist willkommen
Wie lange die Firmen die Nachfragekrise durchhalten können, ist derzeit schwer absehbar, mahnt VDW-Vorsitzender Martin Kapp. Eine Kreditklemme könne jede Nachfragebelebung ersticken.
Anbieter zum Thema
Herr Kapp, wie beurteilen Sie die steuerliche Förderung von Investitionen durch die neue Bundesregierung?
Kapp: In vielen Abnehmerbereichen ist die Kapazitätsauslastung nach wie vor schwach. Solange die Nachfrage nicht umfassend anzieht, wird auch kaum investiert. Deshalb ist die Bundesregierung in der Steuergesetzgebung gefordert, die Weichen so zu stellen, dass Investitionen unabhängig von Konjunkturschwankungen gefördert werden, Stichwort degressive Abschreibung auf langlebige Investitionsgüter. Im Koalitionsvertrag gibt es Ansätze dafür. Jedoch steht die konkrete Umsetzung noch aus.
Viele Unternehmen werden auch im nächsten Jahr Kurzarbeit einsetzen. Ist dieses Instrument noch angemessen, oder verzögert es angesichts des zu erwartenden geringen Wachstums nur notwendige Personalanpassungen?
Kapp: In der Werkzeugmaschinenindustrie wurden bis September 2009 binnen Jahresfrist „nur“ 4,4% der Mitarbeiter abgebaut. Angesichts eines Auftragsrückgangs von fast zwei Drittel im gleichen Zeitraum ist das mehr als moderat. Wir brauchen unsere qualifizierten Mitarbeiter für den nächsten Aufschwung dringend. Das weiß jeder Unternehmer. Deshalb ist alles, was hilft, sie an Bord zu halten, willkommen. Ob die Unternehmen das auch 2010 noch durchhalten, hängt maßgeblich von den Perspektiven für den Auftragseingang ab.
(ID:332739)