Unternehmensführung Videoanalysen helfen bei Produktivitätverbesserungen

Autor / Redakteur: Christian Cahn von Seelen / Peter Steinmüller

Kaizen, KVP, 6-Sigma – die Suche nach Produktivitätspotenzialen scheint manchmal die nach der Stecknadel im Heuhaufen, manchmal ein Betätigungsfeld für Gurus von allen Kontinenten. Videofilme, intelligent eingesetzt, führen unter Beteiligung der Mitarbeiter regelmäßig zu Verbesserungen im zweistelligen Prozentbereich.

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Die Suche nach erhöhter Produktivität ist ein tägliches Thema für Unternehmen in Deutschland. Der globale Wettbewerbsdruck, noch verstärkt durch die neuen EU-Beitrittsländer, führt zu einer neuen Runde der Kostensenkung, in der viele Unternehmen erneut über Standortverlagerung nachdenken.

Zahlreiche Methodn zur Erhöhung der Produktivität

Bevor es dazu kommt, sind meist schon viele Ansätze zur Produktivitätserhöhung ausprobiert oder auch implementiert worden. Angefangen von den althergebrachten Methoden der REFA, als „Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung“ immerhin 1924 gegründet, über renovierte Varianten wie MTM (1944) wird ein großer Teil der Optimierungsmethodik noch von Ansätzen aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhundert bestimmt – auch wenn sie heute teilweise im Gewand eines Computerprogramms daherkommen.

Daneben haben sich Methoden insbesondere aus dem asiatischen Raum auch in Europa und den USA eingebürgert und als erfolgreich erweisen. Diese erfordern jedoch oft einen grundlegenden Wandel in den althergebrachten Denkmustern, der in der Praxis oft schwer zu erzielen und vor allem schwer aufrechtzuerhalten ist.

Kaizen-Methoden erfordern viel Beratung

Zudem erfordert die Anwendung dieser Methoden in der Regel einen hohen und andauernden Beratungsaufwand. Als reine Kaizen- oder KVP-Zirkel (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) haben sie eine gewisse Verbreitung auch in Deutschland gefunden, jedoch meist mit überschaubarem Ergebnis.

Schließlich erfreuen sich in den USA die wissenschaftlich-analytischen Ansätze à la 6-Sigma großer Beliebtheit. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Interesse an diesen Methoden, führen sie doch zumindest zu diskutierbaren Daten und Fakten auf der Sachebene und erfordern nicht einen Gesinnungswandel wie zum Beispiel die Umstellung auf ein Toyota Produktionssystem.

Videoaufnahmen machen Kaizen-Diskussionen effizienter

Grundsätzlich haben alle Videomethoden ein hohes Potenzial, sagt das berühmte Bild doch mehr als tausend Worte. Schon ein normaler Kaizen-Zirkel wird durch das gemeinsame Diskutieren einer Videoaufnahme deutlich effizienter, wird doch nicht mehr über das diskutiert, was jeder Teilnehmer in der Produktion gesehen zu haben glaubt, sondern über das, was tatsächlich auf dem Videobild zu sehen ist.

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