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Die praktische Umsetzung dieser Idee schien aber nach ersten konkreteren Überlegungen nahezu unmöglich. K.O.-Kriterium Nummer eins war der geplante Outdooreinsatz des Roboters. Um uneingeschränkten GPS-Empfang zu haben, war von vorneherein klar: Der Roboter würde auf dem Dach des Entwicklungsgebäudes installiert werden und dort ganzjährig allen nur erdenklichen Witterungsbedingungen ausgesetzt sein.
Outdoor-Robotik ist eine schwer umsetzbare Idee
Dennis Dispot, der im Rahmen seiner Diplomarbeit bei John Deere mit der Umsetzung der Aufgabe betraut war, erinnert sich: „Auf unsere Anfrage bei Roboterherstellern nach einem allwettertauglichen Sechsachser ernteten wir allseits Kopfschütteln. Einzig Stäubli Robotics war bereit, sich auf diese Herausforderung einzulassen. Ein voll gekapselter Sechsachser des Typs TX200L in HE-Ausführung sollte mit dem Einsatz unter freiem Himmel zurechtkommen. Für uns hörte sich das vielversprechend an und wir machten uns gemeinsam mit Stäubli an die Umsetzung des Projektes.“
Grundsätzlich sind die Sechsachser mit der Zusatzbezeichnung HE (Humid Environment) für Einsätze in Feuchträumen speziell modifiziert. Der komplett gekapselte Roboter ist dabei in Schutzart IP 65 ausgeführt, durch Verwendung der Stäubli-Überdruckeinheit lässt sich diese Schutzartklassifizierung noch steigern. Eine sinnvolle Option, die den Outdooreinsatz bei John Deere überhaupt erst ermöglichte.
Besonders beanspruchte Teile sind aus Edelstahl
Bevor die Roboter ihre Finishlackierung erhalten, werden die Oberflächen einer speziellen Behandlung unterzogen, die die Korrosionsbeständigkeit sowie die Widerstandsfähigkeit erhöht. Besonders beanspruchte Teile sind aus Edelstahl. Die abschließende Lackierung erfolgt in hoher Oberflächengüte, so dass der Roboter für härteste Einsätze gewappnet ist. Weiterer Pluspunkt: die vertikale Kabeldurchführung. Sämtliche Anschlüsse befinden sich vor Spritzwasser oder im Falle von John Deere vor Regen und Schnee geschützt unter dem Roboterfuß.
„Als wir die HE-Versionen auf den Markt brachten, fokussierten wir auf Einsätze beim Wasserstrahlschneiden, in der spanenden Bearbeitung oder in der Lebensmittelindustrie mit ihren harten Reinigungsprozessen”, erläutert Dipl.-Ing. Gerald Vogt, Geschäftsführer von Stäubli Robotics. „An ganzjährige Einsätze unter freiem Himmel hatten wir sicherlich nicht gedacht. Aber natürlich bieten die HE-Versionen auch dafür optimale Voraussetzungen.“
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