Winkraftrotorblatt-Fertigung

Vom Rotorblatt-Modell bis zur Hochzeit

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Teure Kühl- und Lagerprozesse lassen sich – so Tartler – einsparen. In der Anlage werden die vorgewählten Matten abgerollt, eingezogen, mit einer genau dosierten Harzmatrix getränkt und für die Weiterverarbeitung bereitgestellt.

Rotorblattfertigung ist Kernaufgabe

Die „Hochzeit“ der beiden Halbschalen erfolgt dann durch Verkleben mit Epoxidharzen oder Polyurethanen. Auch in diesem Produktionsstadium kommen Dosier- und Mischsysteme zur Anwendung, zum Beispiel die Anlagen Nodopox 200 AR und Nodopox 200 M/U von Tartler, mit denen Epoxidharze verklebt werden. Sie stoßen bis zu 12 kg Klebemasse pro Minute aus.

Werden hingegen Polyurethane verwendet, ist die Tartler-Anlage Tardosil 200 AR (bis zu 20 kg/min Ausstoß) am Werk. Und wenn zu guter Letzt noch Schönheits-Reparaturen und das Oberflächen-Finishing der Rotorblätter anstehen, nutzen Flügelhersteller die Anlage Tardosil 200 B AR des Lützebacher Anbieters. Sie eignet sich speziell zum Verarbeiten kleinerer Spachtel- und Klebstoffmassen.

Enercon schwört auf glasfaserverstärkten Kunststoff

Die Enercon GmbH, der größte deutsche Hersteller von Windenergieanlagen, setzt bei der Flügelherstellung in hohem Maß auf Komponenten aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Die Entwicklung und die Fertigung der Rotorblätter gehören zu den Kernkompetenzen, die „in-house“ erledigt werden. Die Rotorblätter werden zunächst laminiert, dann gehärtet.

Anschließend erhalten sie in der mechanischen Nachbearbeitung mit schnelllaufenden Handschleifgeräten ihr Finish. Bei diesem Arbeitsgang muss eine leistungsfähige Absaugung sichergestellt sein, denn es werden erhebliche Mengen GFK-Feinstaub freigesetzt, die mit sehr hoher Geschwindigkeit ins Arbeitsumfeld geschleudert werden. Zudem enthalten die Kunststoffharze Styrol, das bei der Verarbeitung freigesetzt wird und unter anderem die Schleimhäute reizt. Wenn kleinere GFK-Teile ihren „Feinschliff“ erhalten, verwendet man deshalb zumeist spezielle Kabinen, die über eine besonders wirkungsvolle Absaugung verfügen.

Keine Kabinen für das Feinschleifen von großen Rotorblättern

Dass dies bei den Rotorblättern nicht möglich ist, bedarf keiner großen Erklärung: Die einzelnen Blätter können Längen von 30 m und mehr erreichen. Bei der Windenergieanlage, die Enercon bei Magdeburg errichtet hat, sind es sogar 52 m. Neben einem Rotorblatt hätten also 14 hintereinander geparkte VW Polo Platz.

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