Globaler Zollismus Von Donald Trump ausgelöster Zollkrieg geht in die nächste Phase

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Seit 6:00 Uhr unserer Zeit gelten für viele Länder deutlich höhere Abgaben in Form von Sonderzöllen. Vor allem für jene, mit denen die USA nach Regierungsangaben ein besonders hohes Handelsdefizit haben.

Donald Trump hat die nächsten Strippen in Sachen Zollpolitik gezogen. Er träumt vom goldenen Zeitalter der USA. Unterdessen denken die betroffenen Länder über Gegenmaßnahmen nach, die Börsen krachten ein und es lodert erster Zwist im Weißen Haus auf ...(Bild:  AP)
Donald Trump hat die nächsten Strippen in Sachen Zollpolitik gezogen. Er träumt vom goldenen Zeitalter der USA. Unterdessen denken die betroffenen Länder über Gegenmaßnahmen nach, die Börsen krachten ein und es lodert erster Zwist im Weißen Haus auf ...
(Bild: AP)

Für jedes betroffene Land wurde ein individueller Zollsatz festgelegt, der neben klassischen Einfuhrabgaben auch andere Handelshemmnisse abbilden soll. Daraus leitet sich der entsprechende US-Zoll auf Importe aus diesen Ländern ab. Deutschland wird dabei aber nicht einzeln aufgeführt. Es fällt nämlich unter den Satz von 20 Prozent für die gesamte Europäische Union. Ökonomen würden jedoch an der Berechnungsgrundlage für die Länderliste zweifeln und kritisierten nun, dass diese zum Teil auf Fehleinschätzungen basierten. Bestimmte Waren sind von den Zöllen ausgenommen, heißt es weiter. Darunter etwa jene, für die bereits spezifische Zollregelungen gelten (Stahl- und Aluminiumprodukte sowie Autos und Autoteile). Außerdem sind einige weitere Produkte wie Kupfer, Arzneimittel, Halbleiter, Holzprodukte oder bestimmte kritische Mineralien nicht auf der Liste. Das Weiße Haus machte allerdings deutlich, dass Trump für diese Warengruppen schon bald Sonderzölle verhängen könnte.

Zoll-Eskalation in Bezug auf China

Einen besonderen Groll hegt Trump bekanntlich mit Blick auf China. Er bezeichnet das Land etwa als größten Übeltäter. Nachdem Peking auf Trumps Ankündigung mit Gegenzöllen in Höhe von 34 Prozent reagiert hatte, erhöhte Washington die Abgaben auf chinesische Produkte nochmals deutlich. Jetzt sind es satte 145 Prozent. China dagegen will weniger US-Filme ins Kino bringen. Trump glaube aber, dass China verhandlungsbereit bleibe, denn das Land wolle unbedingt ein Abkommen schließen, wisse aber nicht, wie das klappen soll. Aber auch das Handelsverhältnis mit der EU ist Trump ein Dorn im Auge. Ein Angebot aus Brüssel, dass alle Zölle auf Industriegüter beiderseits abgeschafft werden sollen, akzeptierte er nicht. Stattdessen forderte er die EU auf, als Ausgleich mehr amerikanische Energie zu importieren. Manche EU-Politiker glauben aber, dass das alles den USA mehr schaden wird als Europa. Die EU will sich nun über erste Gegenmaßnahmen unterhalten. Konkret gehe es etwa um 25 Prozent auf Sojabohnen, Kleidungsstücke sowie Eisen-, Stahl- und Aluminiumwaren. Für andere Waren sollen zehn Prozent fällig werden. Viel davon könnte schon nächste Woche greifen.

Erster Schlagabtausch im Trumpf-Umfeld

Trumps Vorstoß ließ die Börsen weltweit einbrechen. Zwar ging es nach dramatischen Kursverlusten wieder etwas aufwärts. Doch die aggressive Handelspolitik der US-Regierung sorgt weiterhin für erhebliche Verunsicherung, wie Experten registrieren. Dabei wird auch befürchtet, dass ein eskalierender Handelskonflikt die globale Wirtschaft in eine tiefe Krise stürzen kann. Parallel wachse in den USA die Sorge vor einer Rezession. Selbst unter Trumps politischen Verbündeten regt sich erster Unmut. So entlud sich eine öffentliche Fehde zwischen Tech-Milliardär und Trump-Unterstützer Elon Musk und dem Wirtschaftsberater Peter Navarro, die wohl durch unterschiedliche Meinungen über die neue Zollstrategie befeuert wird. Navarro hatte angedeutet, dass Musk mit den Importzöllen unzufrieden ist, weil das Geschäftsmodell von Tesla auf günstige Bauteile aus dem Ausland angewiesen ist. Musk bezeichnete Navarro daraufhin als Idioten, der dümmer sei als ein Sack Ziegel. Trump ist unterdessen weiter überzeugt, dass das goldene Zeitalter der USA beginnt heraufdämmert.

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