Krise zieht Kreise VW-Sparpläne treffen auch Zulieferer

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Während die Misere bei Volkswagen hohe Wellen schlägt und vermutlich nicht nur den Konzern selbst trifft, glaubt die IG Metall mit einer 4-Tage-Woche und Lohnforderungen helfen zu können.

Die deutsche Automobilindustrie ist generell in der Krise. VW ist im Prinzip nur das derzeit prominenteste Beispiel in den Medien. Leider werden die Sparmaßnahmen, die auch Kündigungen und Werksschließungen mit sich bringen, auch die Zulieferer der Region treffen ...(Bild:  Rufban)
Die deutsche Automobilindustrie ist generell in der Krise. VW ist im Prinzip nur das derzeit prominenteste Beispiel in den Medien. Leider werden die Sparmaßnahmen, die auch Kündigungen und Werksschließungen mit sich bringen, auch die Zulieferer der Region treffen ...
(Bild: Rufban)

Mögliche Sparpläne bei Volkswagen könnten auf die Automobilzulieferbetriebe in Sachsen-Anhalt negative Auswirkungen haben. Die Branche steckt, wie andere Industriebereiche auch, mitten in einer Transformation. Außerdem gebe es noch keine konkreten Pläne bei VW, so dass es für die Zulieferer immerhin noch eine gewisse Zeitspanne gebe, um zu reagieren. Nach Angaben des Kompetenznetzwerks sind in der Auto-Zulieferindustrie in Sachsen-Anhalt um die 27.000 Menschen beschäftigt, aber die meisten davon sind klassische Metall- oder Kunststoffunternehmen, die einen Auftragsknick wegen VW besser verkraften können. Dennoch bleibe die Situation nebulös, weil generell die Zeiten schwer seien und VW das Ganze noch erschwere. Einige VW-Zulieferer aus der Region sind aber nicht überrascht von der Nachricht, dass VW den eingeschlagenen Sparkurs noch verschärfen will. Die ganze Automobilbranche stecke schließlich mitten in der Transformation. Sie sehen die Lage entspannt und verlassen sich auf ihre breite Aufstellung, wenn es richtig schief geht.

Trotz schlechter Zeiten kommt es zu Lohnforderungen

Im Streit um die neuen Sparpläne von VW drückt dagegen die IG Metall aufs Gaspedal und bringt eine erste Lösungsmöglichkeit ins Gespräch. Konkret gehe es darum, dass man betriebsbedingte Kündigungen vermeiden könne, wenn VW die 4-Tage-Woche einführe. Wichtig sei, dass die Werkschließungen und betriebsbedingten Kündigungen, die VW nicht mehr ausschließt, vom Tisch kämen. Mit dem Konzern will die Gewerkschaft nun schnell ins Gespräch kommen, um zu verhandeln. Klarheit für die Beschäftigten sei jetzt das Wichtigste. Die eigentlich für Herbst geplante Tarifrunde bei Volkswagen will man im Zuge dessen vorziehen und möglichst parallel zum Flächentarif für die gesamte Branche verhandeln. Die IG Metall fordert in diesen miesen Zeiten nicht weniger als sieben Prozent mehr Lohn! VW habe auf die Vorschläge aber noch nicht geantwortet.

Die 4-Tage-Woche hat schon einmal etwas genützt ...

Das Vorbild für die 4-Tage-Woche könnte die Übereinkunft sein, mit der bereits vor gut 30 Jahren ein massiver Stellenabbau bei VW verhindert wurde. Auch damals steckte der Konzern in einer tiefen Krise, Zehntausende Stellen waren in Gefahr. Um das zu verhindern, vereinbarte der damalige VW-Personalvorstand Peter Hartz Ende 1993 mit der IG Metall eine flächendeckende Arbeitszeitverkürzung. Alle Mitarbeiter an den sechs westdeutschen VW-Standorten arbeiteten damals bei entsprechender Lohnkürzung 20 Prozent weniger. Die Regelung blieb über 12 Jahre in Kraft. Erst im Oktober 2006 kehrten die VW-Mitarbeiter zur üblichen Wochenarbeitszeit zurück. Im Gegenzug gab ihnen VW ab 1994 eine Beschäftigungsgarantie und schloss betriebsbedingte Kündigungen aus – eine Vereinbarung, die VW nun nach 30 Jahren aufkündigen will.

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