Solartechnik-Produktion

Waferhersteller ringen um Balance zwischen Kosten, Know-how und Wettbewerb

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Wenn im Frühjahr 2010 das Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft mit der Ausbildung startet, werden die Dimensionen größer sein: Gesamtinvestition etwa 9 Mio. Euro, Nutzfläche 3074 m2, 351 geplante Ausbildungsplätze, 50 geplante Mitarbeiter, 9 verschiedene Labore sowie verschiedenste Spezialausstattung. Aus- und fortgebildet wird dann in elf verschiedenen Fachrichtungen, darunter in fünf Berufen mit IHK-Abschluss. Dazu kommen Service- und Beratungsleistungen für Solarunternehmen oder auch Privathaushalte.

Solarfirmen vertrauen der Bildungskompetenz

Auch der Solarzellenhersteller Masdar PV GmbH wird wie viele andere Firmen seine Fachkräfte künftig dort ausbilden lassen. Rund 140 Mio. Euro investiert die Muttergesellschaft Masdar Abu Dhabi Future Energy Company aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Thüringer Standort und schafft damit im ersten Schritt rund 190 Arbeitsplätze.

Neben der Investitionsförderung des Freistaates wurden auch 197000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) für die Ausbildung beim BWAW bereitgestellt. Das Bildungswerk wird damit bis zu 340 bereits eingestellte sowie künftige Beschäftigte für Masdar bis 2010 schulen. Bereits in einem früheren Projekt waren die derzeitigen Masdar-Beschäftigten vom BWAW zu Solarfachkräften qualifiziert worden.

Solarvalley Mitteldeutschland hat Nase vorn

Betrachtet man den Anteil an den Umsatzvolumina, den die Thüringer Solarunternehmen 2008 erwirtschafteten, scheint die Investition allemal gerechtfertigt. Von den etwa 7000 Mio. Euro Jahresumsatz, den deutsche Unternehmen erwirtschafteten, entfielen 65% auf den Cluster Solarvalley Mitteldeutschland und 25% auf Thüringen.

Mit der Entscheidung für das Kompetenzzentrum wurde ein wichtiger Grundstein für Solarkompetenz in Mitteldeutschland gelegt. Die Förderung des Clusters Solarvalley Mitteldeutschland ist ein weiterer. Er erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Umsetzung seiner Strategie eine Förderung von bis zu 40 Mio. Euro in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren.

35 Solarunternehmen kooperieren im Cluster

35 Unternehmen, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen in den Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben hier eine Partnerschaft gebildet. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Technologievorsprung im Bereich der Solarstromtechnik gegenüber internationalen Wettbewerbern auszubauen und neue Märkte durch Kosten senkende Fertigungstechnologien zu erschließen.

So wird zum Beispiel die Herstellung ultradünner Silizium-Solarzellen erforscht, um den Silizium-Materialverbrauch in der Fertigung deutlich zu reduzieren. Damit lassen sich die Fertigungskosten und auch der Energieverbrauch für die Solarzellenherstellung entscheidend verringern.

Cluster arbeitet an billigem Solarstrom

Der Endverbraucherpreis von solar erzeugtem Strom soll nach dem Willen der Cluster-Partner in Deutschland ab 2015 auf das Niveau von konventionell erzeugtem Strom sinken. Die Photovoltaik könnte damit einen wichtigen Beitrag zu dem Ziel der Bundesregierung leisten, bis 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 30% zu erreichen.

Schon heute zählt die Photovoltaik mit 8500 Beschäftigten zu den wichtigsten Industriezweigen in der Region Mitteldeutschland. In den nächsten zehn Jahren soll diese Zahl auf 60000 steigen.

Soweit die Zahlen. Hinter ihnen steckt der Gedanke, die Sonne für die Energieerzeugung zu nutzen und vor allem das Engagement vieler Umsetzer, die diesen Gedanken Wirklichkeit werden lassen.

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