Suchen

Solartechnik-Produktion Waferhersteller ringen um Balance zwischen Kosten, Know-how und Wettbewerb

| Redakteur: Annedore Munde

Das Know-how, das sich hinter der Technik und dem Prozess in einem Reinraum verbirgt, ist das eine. Die Kompetenzen des Fachpersonals sind das andere. Beides wirtschaftlich miteinander zu verbinden und sich trotzdem vom Wettbewerb abzuheben ist die Kunst.

Firmen zum Thema

Bei der Waferherstellung ist eine Vielzahl von Qualitätsmerkmalen einzuhalten.
Bei der Waferherstellung ist eine Vielzahl von Qualitätsmerkmalen einzuhalten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Reinräume sind für die Herstellung von Solarmodulen unverzichtbar. Und sie kosten viel Geld – für die Anlagen, das Betreiben und die Produkterstellung. Deshalb sollte das Fachpersonal gut ausgebildet sein, um fehlerfrei und qualitätsgerecht zu arbeiten.

Doch wie muss die Ausbildung dieser Leute organisiert sein, damit ihnen genau das nach möglichst kurzer Zeit gelingt? Und welche konkreten Inhalte sollen vermittelt werden? Ein konkret für die Solarsparte definiertes Berufsbild gibt es bisher noch nicht. Und einen nur für Ausbildungszwecke geschaffenen Reinraum können sich die Unternehmen genauso wenig leisten, wie die Stilllegung oder Unterbrechung der Produktion für die Ausbildung.

Bildergalerie

Eigenes Kompetenzzentrum für die Solar-Ausbildung

Ein weltweit bisher einmaliges Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft wird im April kommenden Jahres in Erfurt seine Pforten öffnen. Das schon jetzt praktizierte Ausbildungskonzept zeigt, wie die punktgenaue Ausbildung im Solarbereich funktionieren und weiter entwickelt werden kann.

Bernd Eckert ist Geschäftsführer im Bildungswerk für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung Thüringen gGmbH (BWAW) und er weiß: „Für die Solarbetriebe ist es ein ganz zentrales, existenzielles Problem, dass Teile der Ausbildung, die für sie personal-, zeit- und vor allem materialintensiv sind, zunächst einmal außerhalb der Produktion trainiert werden können. So kommen die jungen Leute aus dem Unternehmen zu uns. Hier erlernen sie das reinraumgerechte Verhalten und werden in unserem Reinraum an die unterschiedlichen Verfahren und Methoden herangeführt. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr können sie dann gemeinsam mit Fachkräften in Produktionszyklen in ihrem Unternehmen mitlaufen oder dort eingesetzt werden.“ Ein eigener Trainings-Reinraum würde etwa 2 Mio. Euro kosten.

Qualifikationsmerkmale in der Solarbranche

Doch was den Leuten letztendlich an konkretem Wissen vermittelt werden soll, darüber sind sich Unternehmen, Politik, IHK und Bildungseinrichtungen bisher noch nicht einig. Wenn Wafer gesägt, gereinigt und als Basisprodukt für eine künftige Solarzelle hergestellt werden, dann sind es vorrangig physikalisch-chemische Prozesse, die im Hochofen dazu führen, dass dieses Rohmaterial entsteht – ein klassischer Fall für den Mikrotechnologen.

Danach werden die Wafer im Wesentlichen von mechatronischen Systemen, inklusive Sägen, bearbeitet und geschnitten. Das heißt, in Unternehmen mit diesem Tätigkeitsschwerpunkt steht vor allem der Mechatroniker im Blickpunkt, der Verfahrensmechaniker oder der Physik- und Chemielaborant.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 323934)