Eisenacher DDR-Blechperlen Über 9.000 Wartburg-Fahrzeuge rollen noch durch Deutschland

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Auf deutschen Straßen sind derzeit noch etwa 9.100 Autos der DDR-Marke Wartburg unterwegs! Und das 35 Jahre nachdem die Produktion eingestellt wurde ...

DDR-Legende Wartburg feiert Liebhaber-Comeback als Oldtimer! Das war das erste Wartburg-Modell, das ab 1956 in Eisenach vom Band lief: Der 311. Dieser – und seine Nachfolger – sind heute wieder gesucht. Die Anmeldezahlen steigen ...(Bild:  T. Oberlanger)
DDR-Legende Wartburg feiert Liebhaber-Comeback als Oldtimer! Das war das erste Wartburg-Modell, das ab 1956 in Eisenach vom Band lief: Der 311. Dieser – und seine Nachfolger – sind heute wieder gesucht. Die Anmeldezahlen steigen ...
(Bild: T. Oberlanger)

Die Zulassungszahlen für das Auto des Typs Wartburg, das im ehemaligen Automobilwerk Eisenach bis zum 10. April 1991 gebaut wurde, waren über mehr als 20 Jahre dramatisch gesunken, wie die dpa schreibt. Seit 2015 steigen dieselben aber wieder langsam an, aber kontinuierlich, wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg beweisen. Nach den von der Behörde auf Anfrage zur Verfügung gestellten Daten (Stand Anfang 2025) hat der ehemalige DDR-Mittelklassewagen seine Fangemeinde – wer hätte das gedacht – größtenteils im Osten Deutschlands. Nur 958 dieser noch zugelassenen DDR-Oldtimer rollen in Westdeutschland herum. Derzeit sind die meisten der Wartburg-Gefährte, die, anders als die legendäre „Rennpappe“ Trabant (Trabi), eine Karosserie aus Blech haben, mit knapp 2.700 Stück in Sachsen zugelassen. In Thüringen sind es noch über 1.700 Wartburgs. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt jeweils fast 1.500. In Berlin fahren nur rund 200 Personen einen Wartburg. Fachleute erklären die leicht gestiegenen Zulassungszahlen damit, dass angesichts der Preissteigerung für nostalgische DDR-Gefährte es wieder Interesse an längst stillgelegten Fahrzeugen gibt, die angesichts des Wertes nun repariert und aufpoliert werden. Trotzdem bleibt der Wagen aus Eisenach auf den Straßen eine absolute Rarität. Er ist am häufigsten noch bei Wartburg- oder generellen Oldtimer-Treffen zu bewundern.

Vom formschönen 50er-Modell zur schlichten Karosse

Das nächste internationale Wartburgfahrer-Treffen unter dem Motto „Heimweh“ ist übrigens nach Angaben der Veranstalter vom 31. Juli bis 3. August am einstigen Herstellungsort Eisenach geplant. Laut den Zahlen aus Flensburg waren zehn Jahre nach dem Wartburg-Aus noch rund 52.000 Fahrzeuge zugelassen. Und 2011 waren es nur noch etwa 7.500. 2021 dann wieder rund 8.500 Stück. Der letzte in Eisenach gebaute Wartburg (Modell 1.3 – damals etwa 30.000 DDR-Mark, heute bis zu 6.000 Euro wert) ist heute im Technikmuseum „Automobile Welt Eisenach“ zu sehen, das an die lange Automobilbautradition der Thüringer Stadt erinnert. Heute hält ein Opel-Werk die Tradition aufrecht. Der erste Wartburg wurde nach Angaben von Fachleuten 1956 im Automobilwerk Eisenach (der Schriftzug ziert auch das Logo) unter der Bezeichnung 311 (heute durchaus 23.000 Euro wert) gebaut und überzeugt mit seinem klassischen 50ger-Jahre-Design, das es mit Westautos durchaus aufnehmen konnte damals. 1966 folgte der Wartburg 353 (heute zwischen 5.000 und 11.000 Euro), der über zwei Jahrzehnte vom Band lief. Gebaut wurden bis zum Produktionsstopp 1991 etwa 1,2 Millionen Wartburg. Insgesamt kamen aus dem Eisenacher Fahrzeugwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden war, über 1,8 Millionen Autos auf die Straßen.

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