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Raumlufttechnische Anlagen

Wartung von Klimatechnik: Strafen für dicke Luft

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Externe Dienstleister sorgfältig prüfen

Aufgrund der zumeist fehlenden Qualifikationen „inhouse“ und der inzwischen immer schärferen Kontrollen arbeiten Unternehmen zunehmend mit externen Prüf- und Wartungsdienstleistern zusammen. Dies allerdings entledigt nicht von der Verantwortung und Haftung für eine fachgerechte Durchführung. Dienstleister gibt es wie Sand am Meer – die Zahl der Qualifizierten ist auch in diesem Metier deutlich geringer als die der Anbieter. Der Auftraggeber muss sich davon überzeugen, dass die Prüffirma die Zertifizierung für Prüfungen nach VDI 6022 oder den Nachweis der entsprechenden Qualifikationen durch Schulungseinrichtungen anerkannter Organisationen wie des VDI besitzt – am besten durch Vorlage der entsprechen Dokumente.

Ebenso sollte der Dienstleister in der Lage sein, die Prüfungen möglichst ohne Beeinträchtigungen der Betriebsabläufe durchzuführen, sich also zum Beispiel mit den Prozessen in produzierenden Unternehmen auskennen. „Bei größeren Objekten ist eine gründliche Analyse und Planung unter Berücksichtigung von Standzeiten, auch an Wochenenden, unverzichtbar“, verdeutlicht Marc Eickholz, Leiter Technische Dienste der Niederberger-Gruppe, eines Dienstleisters für infrastrukturelles und technisches Gebäudemanagement mit Sitz in Köln.

Anlagenteile müssen zugänglich sein

Die Prüfungen sind sozusagen der Lackmustest für eine richtige Planung – und den bestehen nicht alle Anlagen. Entsprechend den Richtlinien müssen alle Bauteile so konstruiert sein, dass sie zur Wartung und Reinigung von der Luftein- und austrittsseite her durch Türen oder Bedienungsdeckel zugänglich sind. Alternativ können Bauteile bis zu einer Gerüsthöhe von 1,6 m ausziehbar gestaltet werden. Eickholz erklärt: „Problempunkte sind häufig schlecht erreichbare und fehlende Revisionsöffnungen. Viele Unternehmen haben aus diesen Gründen die Wartung selbst vernachlässigt und erwarten nun von der Fachfirma die Lösung.“ Mit Staubwedeln und Teleskopstangen sei es aber nicht getan. Bei RLT-Inspektionen gehörten Inspektionskameras, Unterdruckabsauger oder Reinigungsroboter zum Standard. Dazu sagt Eickholz: „Moderne Maschinen mit bis zu 40 m Wellenlänge erfordern weniger Revisionsöffnungen, womit sich manches Problem überbrücken lässt.“

Alle luftführenden Komponenten sind „mit vertretbarem technischen Aufwand zu inspizieren, zu reinigen und gegebenenfalls zu desinfizieren“, heißt es in der VDI 6022, sodass jedenfalls die verfügbaren technischen Standards genutzt werden sollten. Terhorst führt aus: „Grundsätzlich gilt, dass die Sauberkeit und Unbedenklichkeit nur festgestellt werden kann, wenn die entsprechenden Anlagenteile zur Kontrolle zugänglich sind. Unterschiedliche Konzepte der Raumlufttechnik sind dafür unterschiedlich gut geeignet und erzeugen in der Instandhaltung entsprechenden Mehraufwand – haben dafür gegebenenfalls aber andere Vorteile.“ Es sei zu empfehlen, eine Erstinspektion durchzuführen und die Abweichungen und Mängel einmal zu dokumentieren. Aufgrund der Beurteilung der individuellen Anlagensituation könnten dann Aufwand und Intervalle für die Folgeinspektionen festgelegt werden.

Dokumentation nicht vergessen!

Am Ende bedarf es einer rechtssicheren Dokumentation. Eickholz erklärt: „Vom Qualifikationsnachweis über die Bedarfsanalyse, die einzelnen Prüfschritte bis hin zu jeder einzelnen zu ergreifenden Maßnahme muss alles lückenlos und fälschungssicher dokumentiert werden. Dies vereinfacht die Abläufe bei Kontrollen und dient im Schadenfall als Nachweis.“ Nicht selten spare sich die Behörde den zeitraubenden Besuch vor Ort, wenn ihr das elektronische Prüfprotokoll übermittelt worden sei.

* Manfred Godek ist Fachjournalist für Industrie- und Managementthemen in 40789 Monheim, Tel. (0 21 73) 69 06 11, godek@godek.onmicrosoft.com

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