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Raumlufttechnische Anlagen

Wartung von Klimatechnik: Strafen für dicke Luft

| Autor / Redakteur: Manfred Godek / Beate Christmann

Die Wartung von klimatechnischen Anlagen ist Expertensache. Viele Unternehmen greifen dazu auf externe Dienstleister zurück – die Entscheidung für einen der zahlreichen Anbieter sollte sorgfältig getroffen werden.
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Die Wartung von klimatechnischen Anlagen ist Expertensache. Viele Unternehmen greifen dazu auf externe Dienstleister zurück – die Entscheidung für einen der zahlreichen Anbieter sollte sorgfältig getroffen werden. (Bild: © Gerhard Seybert - Fotolia.com)

Defekte und verunreinigte raumlufttechnische Anlagen können gesundheitsgefährdend sein, zu teuren Betriebsunterbrechungen, erhöhtem Energieverbrauch und unter Umständen zu Bränden führen. Die Anforderungen an die Instandhaltung werden häufig unterschätzt.

Bereits vor einigen Jahren warnte der TÜV Nord vor einer steigenden Zahl von Krankschreibungen durch verstopfte, weil nicht gewechselte Filter. Sowohl in Büros als auch in Werkshallen könne das Problem auftreten. Es gebe sogar Fälle, in denen man wegen des Gefährdungspotenzials zu einer Stilllegung von Anlagen rate. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO beeinflusst die Raumluft auch die Leistungsfähigkeit vom Mitarbeitern. Gut funktionierende und richtig eingestellte Technik könne die Konzentration steigern.

Der Arbeitsschutz ist aber nur ein Aspekt. Durch Staub, Schmutz sowie andere Aerosole verunreinigte raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) bedeuten auch eine hohe Brandgefahr, zumal sich Feuer über Lüftungskanäle rasch ausbreiten kann. Eine dritte Problemzone ist der Energieverbrauch. Ventilatoren und Absaugeinrichtungen müssen mit erhöhter Leistung arbeiten.

Planungsmängel komplizieren Wartung

Hinzu kommen die Folgen von Planungsmängeln. Nicht selten sind Anlagenkomponenten nicht aufeinander abgestimmt. Laut Fraunhofer-IAO sind viele Gebäude zwar mit Gebäudeautomationssystemen (GA-Systemen) ausgestattet, diese aber nicht auf Fehleranalyse ausgelegt. Schnittstellen zwischen GA sowie Facility- und Energiemanagement existierten oft nicht oder nur unzureichend.

Es gibt zahlreiche technische Richtlinien und Normen für die Wartung von RLT-Anlagen. Die wichtigsten sind die VDI 6022/1 und die RLT-Richtlinie 1 des Herstellerverbands Raumlufttechnische Geräte, in der sehr übersichtlich auf die weiteren Regelwerke verwiesen wird. Von den vielen Vorschriften, die bei der Gebäudeunterhaltung zu beachten sind, gehören sie allerdings zu den am wenigsten bekannten. Und den Verantwortlichen ist häufig nicht bewusst, dass sie aber für deren Einhaltung verantwortlich sind. Umso überraschender treffen sie mitunter die Bußgelder, die von den Berufsgenossenschaften für den Bereich Arbeitsschutz in Höhe von bis zu 25.000 Euro und von den Gewerbeaufsichten nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Höhe von bis zu 15.000 Euro verhängt werden können. Gefahr droht aber noch von ganz anderer Seite. Im Schadenfall, etwa bei einem Feuer und einem damit zwangsläufig einhergehenden Betriebsstillstand, ist die Versicherung womöglich von ihrer Leistungspflicht befreit. Denn die Beachtung der gängigen Normen als anerkannte Regeln der Technik gehört zu den Obliegenheitspflichten eines Versicherungsnehmers.

VDI 6022 fordert Experten für Inspektion

Die VDI 6022/1 beschreibt die Prüfanforderungen und Prüfkriterien. Wer sie studiert, wird womöglich sogleich erkennen, dass ein angestellter Betriebstechniker nicht als Allzweckwaffe taugt. Denn eine Inspektion darf nur von jemandem durchgeführt werden, der einen Sachkundenachweis besitzt. Geregelt ist dies in VDI 6022 Blatt 4. „Der Nachweis setzt mindestens einen Abschluss als Meister oder Techniker in der Fachrichtung technische Gebäudeausrüstung, Versorgungstechnik oder einen gleichwertigen Abschluss mit mehrjähriger Berufserfahrung mit RLT-Anlagen voraus. Die Qualifizierung ist personengebunden“, betont Thomas Terhorst vom Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung des VDI. Zudem wird in VDI 6022 neben den hygienerelevanten Maßnahmen auch der Arbeitsschutz der Prüfenden geregelt, denn in einer RLT-Anlage können sich Schadstoffe in hoher Konzentration ansammeln. So müssen bei der Wartung beispielsweise Handschuhe und Atemschutzfilter getragen werden.

Anlagen mit Luftbefeuchtern sind in einem zweijährigen Turnus zu überprüfen und zu warten, Anlagen ohne Luftbefeuchter alle drei Jahre. Man unterscheidet zwischen einer Erstinspektion, die nach Neu- oder Umbau vorzunehmen ist, und den regelmäßigen Wiederholungsinspektionen. Es erfolgt zunächst eine Sichtprüfung. Meistens werden dabei mikrobiologische Proben entnommen, um eine Verkeimung zu erkennen; dazu gehören Abklatschproben von Oberflächen, Wasseruntersuchungen aus Befeuchtern und mikrobiologische Messungen der Luft. Wenn Reinigungsbedarf ermittelt worden ist, können die Arbeitsgänge und die einzusetzenden Reinigungs- und Lösungsmittel festgelegt werden.

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