Energy Excellence Forum 2014

Was Sie über Energieeffizienz wissen sollten

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„Sind Innovationen das Mittel der Wahl um in Europa Energieeffizienz-Branchenprimus zu bleiben?“, fragte PROCESS-Redakteurin Anke Geipel-Kern in ihrer Anmoderation dementsprechend etwas ketzerisch – die Antworten könnten unterschiedlicher kaum sein: Während sich Technologiespezialisten wie Siemens oder Endress+Hauser für Softwarelösungen und Automatisierungssysteme stark machten, betonten andere die organisatorische Seite des Themas: „Es gibt heute kaum noch ein Unternehmen, dass sich noch nicht mit Energiemanagement beschäftigt hat,“ bestätigte Professor Dr. Jan Uwe Lieback, Geschäftsführer der Zertifizierungsstelle Gutcert.

Politik erhöht mit EEG und SPaefv den Druck

Immerhin erhöht die Politik den Druck auf die Branche: Die Ausgleichsregelungen für die EEG-Umlage sowie die Spitzensteuerausgleichseffizienzverordnung (Spaefv) machen ein Energie- und Umweltmanagement auch für kleine und mittelständische Unternehmen zum „must have“. Jetzt legt auch die EU mit der European Energy Directive nach.

Erfolgsmodell ISO 50001?

Egal wie die Vorschrift heißt, in den meisten Fällen sind ein konkretes Umweltmanagement, eine Zertifizierung oder sogar regelmäßige Audits unerlässlich. Dennoch hält Lieback das Thema für eine Erfolgsstory: „Die ISO 50001 ist das effizienteste unter allen Managementsystemen. Alle Forderungen in der Norm helfen, in der einen oder anderen Form die Effizienz zu steigern“. Und das rechne sich: In einer kürzlich veröffentlichten Masterarbeit kommen 91 % der befragten Unternehmen zu dem Schluss, dass mit der Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems Effizienzsteigerungen einhergehen.

Energy Excellence Forum 2014 – 2. Tag
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Ins gleiche Horn stieß Dr. Eckhard Roos: „Energieeffizienz ist ein Muss“, betonte der Leiter des ZVEI-Arbeitskreises Energieeffizienz, der bei Festo das Segment Process Automation leitet. „Effizienz ist mehr als nur ein Beitrag zum Klimaschutz – sie bedeutet ein Stück Wettbewerbsfähigkeit.“ Konkret umgesetzt würde jedoch nur, „was sich auch betriebswirtschaftlich rechnet“.

Ein Teufelskreis: Wer in kurzfristigen Maßstäben denkt, kann häufig die ganz großen Einsparpotenziale nicht heben. So zeigten Zahlen der Firma Danfoss, dass mit Amortisationszeiten unter einem Jahr zwischen drei und fünf Prozent Energieeinsparung möglich sind. Wer aber mit vier Jahren Return of Investment rechnet, kann bis zu 25 % sparen, so die Dänen. Wer längerfristig denkt, kommt an neuen und effizienten Stellantrieben, Isolationen und Rohrleitungen meist nicht vorbei. Schneller bezahlt machen sich dagegen effiziente MSR-Konzepte und bedarfsgerechte Steuerungen.

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