Alternativen zum Benzin Wasserstoffverbrennungsmotor statt Elektromotor?
Ein wirklicher Durchbruch auf dem Gebiet der alternativen Antriebe lässt nach wie vor auf sich warten. Was aber, wenn die NASA bereits die Lösung hätte, es in Deutschland jedoch nicht wahrgenommen würde, weil die politische und mediale Aufmerksamkeit sich auf die Elektromobilität eingeschossen hat? Ein radikal anderes Wasserstoff-Speichersystem, dessen praktische Anwendungsmöglichkeiten unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Kennedy-Space-Center in Florida erforscht werden, umgeht nämlich die Nachteile aller bisher verfolgten Ansätze.
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Der Grund für das bisherige Schattendasein von Wasserstoffantrieben ist die schwierige Handhabung des hochentzündlichen Gases. Je nachdem, welche Eigenschaften und welche spezifischen Anforderungen die verschiedenen Fahrzeugtypen, beispielsweise PKW, Bus oder Schiff kennzeichnen, wurden bisher vor allem zwei Speichermethoden eingesetzt: Entweder musste der Wassersoff in speziellen Druckbehältern mit mehr als 600 bar komprimiert werden – was ein hohes Sicherheitsrisiko bedeutet – oder in flüssiger Form in vakuumisolierten Behältern auf unter minus 200 °C herunter gekühlt werden. Wird die Temperatur nicht gehalten, beispielsweise wenn das Fahrzeug einige Stunden oder gar Tage steht, verflüchtigt sich der Treibstoff.
Beide Methoden scheinen wenig zukunftsträchtig. Davon abgesehen, würde bereits die Installation einer einzigen Zapfsäule an einer Tankstelle nach Schätzung der Linde AG mehr als eine Mio. Euro kosten. In Kalifornien verschlang die tatsächliche Anpassung der Tank-Infrastruktur sogar 1,5 Mio. Dollar. Allein unter diesem Aspekt ist die internationale Verbreitung entsprechender Treibstoffsysteme mehr als fraglich. Insbesondere weltweit tätige Unternehmen sind jedoch genau darauf angewiesen. Eine dritte Möglichkeit, die allerdings wegen des hohen Gewichts in der Fahrzeugtechnik nicht zum Einsatz kommt, ist die Einlagerung von Wasserstoff in Metallhydriden oder in Kohlenstoff-Nanoröhren.
Wasserstoff speichern – ohne Druck und tiefe Temperaturen
Einfach und bezahlbar präsentiert sich hingegen die Verbindung von Wasserstoff mit Enhanced Ammonia Borane (EAB) als Trägermittel. Die leichten, recycelbaren Polymerkügelchen, in denen das chemische Hybrid gebunden ist, verhalten sich aufgrund ihrer geringen Größe wie eine Flüssigkeit und halten den Wassersoff ohne Druck oder Tiefenkühlung fest, bis er mittels Wärme direkt vor der Anwendung im Fahrzeug freigesetzt wird – ein völlig neuer Ansatz, den sich die verantwortlichen Wissenschaftler der Oxford University sowie des angeschlossenen, sehr renommierten Rutherford Appleton Laboratory mit Unterstützung des University College London nach mehreren Jahren der Forschung und Entwicklung 2011 patentieren ließen. Neben der Hauptniederlassung des Spin-Out in der Nähe von Oxford, gibt es auch eine US-Niederlassung der zur Weiterentwicklung und Vermarktung der Technologie gegründeten Cella Energy, Ltd. Diese arbeitet eng mit der NASA zusammen und beschäftigt eigene Wissenschaftler am Kennedy-Space-Center in Florida.
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