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Wenn der Produktions-Footprint nicht mehr passt

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Die drei wesentlichen Einflussfaktoren auf die Produktion weisen also in unterschiedliche Richtungen. Zu lösen ist dieses Optimierungsdilemma nach den Erfahrungen der TMG-Consultants nur, sofern es gelingt, Faktorkosten, Ressourcenbedarf und Servicegrad vernünftig auszutarieren. Kochrezepte im Sinne allgemeingültiger Lösungen gebe es dafür nicht. Vielmehr sei es erforderlich, jeden einzelnen Fall zunächst gründlich zu analysieren, um anschließend eine unternehmensspezifische zielführende Lösung zu entwickeln.

Gründlich analysieren bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass es meist nicht ausreicht, sich auf die reine Datenanalyse zu fokussieren: „Häufig entdecken wir bei unseren Detailbetrachtungen vor Ort in den Werken, dass manches nicht so zusammenpasst, wie uns dies von der Zentrale zuvor vermittelt wurde“, vertieft Staudinger diesen Punkt. „Viele der Informationen, die wir für die Ausarbeitung einer zielführenden Lösung benötigen, liegen nicht oder zumindest nicht in transparenter Form vor.“ Vor die eigentliche Konzeptphase schalten die TMG-Berater bei ihren Produktions-Footprint-Projekten daher grundsätzlich eine sogenannte Transparenzphase.

Verschiedene Szenarien mit hoher Relevanz entwickeln

Zu den Themenfeldern, die in der Transparenzphase typischerweise auf der „To-do“-Liste stehen, gehören:

  • Analyse der Unternehmens-, Divisions- und ausgewählter Funktionalstrategien (zum Beispiel Vertrieb, Einkauf, Supply Chain Management);
  • Analyse des Produktprogramms;
  • Analyse von Märkten, Kundenstruktur sowie Kundenanforderungen;
  • Standortbesuche mit einheitlicher Datenerhebung;
  • Bewerten des vorhandenen Produktionsnetzwerks;
  • Ableiten von Sofortmaßnahmen.

In der anschließenden Konzeptphase liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Bewertung von Szenarien für den zukünftigen Produktions-Footprint sowie auf einer zielführenden Umsetzungsplanung. Durch den ganzheitlichen Ansatz des Vorgehens ist es möglich, verschiedene Szenarien mit hoher Relevanz zu entwickeln. Gemeinsam zu erarbeitende Leitsätze sorgen dafür, dass bei der anschließenden Szenariendetaillierung für das künftige Produktionsnetzwerk „nicht ins Blaue hinein, sondern zielorientiert und faktenbasiert diskutiert wird“, wie Staudinger dies nennt.

Bei Produktionsnetzwerken die Energiebilanz im Auge behalten

Mit der steigenden Bedeutung energieeffizienter, ressourcenschonender und umweltfreundlicher Produkte und Prozesse muss bei den konzeptionellen Produktions-Footprint-Entscheidungen dem Faktor Nachhaltigkeit künftig ein deutlich größeres Gewicht beigemessen werden.

Einen praktikablen Ansatz sehen die Produktionsexperten der TMG zum Beispiel darin, die Allokation von Produktionsumfängen bewusst auf Standorte zu konzentrieren, die einen hohen Reifegrad in Sachen Ressourceneffizienz aufweisen. Vor dem Hintergrund steigender Energie- und Rohstoffpreise sollten die Unternehmen bei ihren Produktionsnetzwerken zudem immer auch die generelle Energiebilanz im Auge behalten.

Im nächsten Vorgehensschritt der Konzeptphase ist es dann möglich, anhand ausgewählter qualitativer und quantitativer Beurteilungskriterien aus dem Spektrum grundsätzlich denkbarer Szenarien jeweils diejenigen herauszufiltern, bei denen die Hebelwirkung und damit der Nutzen für das Unternehmen besonders groß ist. Ergänzend zur eigentlichen strategischen Planung des Produktions-Footprint liefert das Vorgehen oftmals noch zahlreiche Hinweise für operative Optimierungsmaßnahmen, die kurzfristig wirken und aus diesem Grund zügig umgesetzt werden sollten.

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