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Roboter vs. Maschine

Wenn Industrieroboter 50 % günstiger als Bearbeitungsmaschinen produzieren

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Jährlich ist der Workshop Plattform für neue Forschungsansätze

Neue Ansätze aus der Forschung sind nur ein Baustein des Workshops. Zusätzlich präsentieren jedes Jahr ausgewählte Industrievertreter ihre Ergebnisse aus dem Bereich der Entwicklung rund um das Thema robotergeführte Bearbeitung. So berichtete Bernd Luckas von der robot-machining GmbH unter anderem von dem Loewe-Projekt Rowin. Das Ziel des Projektes für den Systemanbieter ist eine Roboterzelle zur industriellen Feinbearbeitung von großen Werkzeugen. Den Anwendungsfall stellen Automobil-Spritzgusswerkzeuge dar. Die Werkzeuge mit Abmaßen von 2,5 m × 1,1 m × 1 m und rund 20 t Gewicht werden aktuell zeit- und kostenintensiv in monotoner Kleinstarbeit rein manuell aufgearbeitet. Luckas stellte in seinem Vortrag die technologische Machbarkeit dar und prognostizierte eine Zeit- und Kostenreduktion von circa 35 % im Vergleich zur klassischen Prozesskette.

Einen ähnlichen Anwendungsfall lieferte die Adam Opel AG. Ziel des Unternehmens ist es, mittelfristig die Werkzeugeinarbeitung von Automobil-Presswerkzeugen mittels Industrierobotern zu automatisieren. Dazu werden in dem durch das BMBF geförderte Progen-Projekt kombinierte Teillösungen auf Basis von Industrierobotern entwickelt und erprobt. Dabei soll die gesamte Prozesskette, bestehend aus Auftragsschweißen, Fräsen, Schleifen und Vermessen mit Industrierobotern automatisiert werden. Die Idee hat Hand und Fuß, weshalb sich auch andere große deutsche Automobilhersteller, wie Mercedes-Benz oder Volkswagen, bereits mit diesen Anwendungspotenzialen befassen. Die Erwartungen an die Lösungen sind zumindest groß – Zeit-, Kosten- und Flächeneinsparungen von 20 bis 70 % im Vergleich zur konventionellen Prozesskette werden erwartet. Es wurde der aktuelle Stand der Arbeiten präsentiert und erste Ergebnisse der Schweiß- und Fräsbearbeitung gezeigt.

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Aus dem Bereich der Kunststoffbearbeitung berichtete Markus Theobald von der Eugen Riexinger GmbH. Theobald zeigte am Beispiel der Bearbeitung von großen Kunststoffrohren, mit Außendurchmessern von 600 bis 3800 mm und Längen von 16 m, das Potenzial robotergeführter Bearbeitungslösungen für die Kunststoffindustrie. Dabei betonte er insbesondere die Modularität und Flexibilität seiner Anlage, die ein automatisiertes Bearbeiten der Großstrukturen ermöglicht. Die Nutzung von Industrierobotern im Segment der Großstrukturen, mit Genauigkeitsanforderungen von ± 1 mm, erlaubt eine Reduktion der Kosten bis zu 75 %. Für diesen Anwendungsbereich spricht zudem, dass den Industrierobotern im Vergleich zur Metallbearbeitung deutlich kleinere Prozesskräfte entgegen kommen.

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