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Roboter vs. Maschine

Wenn Industrieroboter 50 % günstiger als Bearbeitungsmaschinen produzieren

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Fallspezifisches Zusatzequipment steigert Roboterleistung

In vielen Fällen nutzen Systemhäuser oder Anwender heute Standard-Industrieroboter für die robotergeführte Bearbeitung. Für die teilweise hohen Anforderungen an Automatisierbarkeit und Reproduzierbarkeit kommt fallspezifisches Zusatzequipment zum Einsatz. Klassische Beispiele sind dabei Positionierer, Laser-Messsysteme oder Werkzeugwechsler. Durch diese technologischen Erweiterungen kann die Leistungsfähigkeit der Industrieroboter signifikant gesteigert werden. Hartmut Lindner von der preccon Robotics GmbH und Jochan Bargfrede von teconsult GmbH stellten im Zuge des Workshops ihr Integrated Measurement System vor. Die Nutzung des dauerhaft in die Roboterzelle integrierten Mess- und Kalibriersystems dient der kontinuierlichen Überwachung und somit der Qualitätssicherung von robotergeführten Bearbeitungsprozessen. Dadurch wird der Aufwand für Programmierprozesse signifikant reduziert. In Kombination mit dem Robot Optimization System – Rosy der Firma teconsult konnten so bereits robotergeführte Reifenschnitzprozesse prozesssicher umgesetzt werden.

Die umfangreichen Darstellungen der Forscher, Systemhäuser und Anwender wirft zwangsläufig die Frage auf, wie sich die Roboterhersteller gegenüber dem Markt der Bearbeitung positionieren. Diese Frage beantwortete stellvertretend Uwe Müthrath von Stäubli. Er stellte nicht nur ausgewählte Robotermodelle und Spindeln vor, die von Stäubli eigens für die Bearbeitung qualifiziert wurden, sondern präsentierte auch Untersuchungen und industrielle Umsetzungen, die mit Stäubli-Robotern bereits erprobt wurden. Das Portfolio umfasst unter anderem die Bearbeitung von Stahl, Stein, Gussteilen, Schweißnähten oder Hölzern, und bedient eine Vielzahl von Märkten aus den Bereichen Luftfahrt, Schifffahrt oder Automobil. So zeigte Müthrath beispielsweise Anwendungen von der Bearbeitung eines Turbinenrades bis hin zur Fräsbearbeitung von CFK-Strukturteilen.

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Die große Vielfalt der Referenten, die sich darüber hinaus über viele Branchen und Sichtweisen erstreckt, zeigt, dass die robotergeführte Bearbeitung längst kein reines Forschungsthema mehr ist. Immer mehr Industrieunternehmen haben das Potenzial der robotergeführten Bearbeitung erkannt und wollen dieses für ihre eigene Produktion qualifizieren. MM

Literatur

[1] Rösch, O.: Steigerung der Arbeitsgenauigkeit bei der Fräsbearbeitung metallischer Werkstoffe mit Industrierobotern. Herbert Utz Verlag, München, 2015, S.148

[2] Uhlmann, E.; Heitmüller, F.; Manthei, M.; Reinkober, S.: Applicability of industrial robots for machining and repair processes, Procedia CIRP 11, 2013, p. 234 – 238

[3] International Federation of Robotics: Presentation to IFR CEO Round Table. Automatica, München 2016, S. 4

[4] VDMA: Robotik+Automation: Roboter Statistik. Deutschland 2011

[5] Uhlmann, E.; Manthei, M, Reinkober, S.: Markt- und Trendstudie – Industrieroboter als Bearbeitungsmaschine, Fraunhofer IPK, voraussichtlich 2016

[6]Schenk, M: Produktion und Logistik mit Zukunft. Springer-Verlag, Heidelberg, 2015, S. 79

* Sascha Reinkober ist Leiter der Abteilung Fertigungstechnologien am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und seit 2014 Gastgeber der Veranstaltung „Industrieroboter als Bearbeitungsmaschine“ , Mario Epping ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-IPK, Tel. (0 30) 39 00 63 26, Sascha.Reinkober@ipk.fraunhofer.de

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