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Künstliche Intelligenz

Wenn Roboter Rätsel lösen

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Ziel ist nicht die Entwicklung des besseren Menschen

„Die medialen Darstellungen vermitteln oft ein irreführendes Bild vom intelligenten Roboter“, kritisiert Prof. Dr. Marc Toussaint, Informatiker von der Universität Stuttgart, der am Projekt beteiligt ist. „Tatsächlich konstruieren wir Forscher keineswegs den besseren Menschen. In erster Linie ist der Roboter für uns ein wissenschaftliches Werkzeug, mit dem wir uns einer Definition nähern wollen, was Intelligenz eigentlich ist. Im Zuge dessen entwickeln wir Technologien, die einerseits eine bedeutende Rolle in der Industrie spielen können, andererseits aber auch, wie viele vorherige technologische Fortschritte der Geschichte, das Selbstverständnis des Menschen herausfordern.“

Maschinelles Lernen, Mathematik, Psychologie, Philosophie, Informatik, Maschinenbau und weiteren Disziplinen bietet die Beschäftigung mit der künstlichen Intelligenz Anknüpfungspunkte. Manuel Baum beispielsweise ist der Informatiker im Team. Er erklärt: „Es gibt bereits Methoden, mit denen Roboter aus ihren eigenen Handlungen lernen können. Doch viele grundlegende Fragen sind noch offen, besonders bei der Übertragung der Forschungsergebnisse auf das Verhalten von realen Robotersystemen.“ Dabei geht es sowohl um theoretische Aspekte als auch um die Fähigkeiten und Strategien des Roboters zur Wahrnehmung, Entdeckung und Exploration sowie um die zu implementierenden motorischen Fähigkeiten.

Erste Erkenntnisse im Robotiklabor

Der Roboter Bottom-3 nun steht im Robotics and Biology Laboratory der TU Berlin vor einem Rätsel. Er sieht Griffe, Riegel, Klappen und Schübe. Er weiß noch nicht, dass die interessanteste Klappe sich nur öffnet, wenn er die Riegel und Schübe in einer bestimmten Reihenfolge betätigt – das soll er durch Physical Exploration entdecken. Bottom-3 macht sich an des Rätsels Lösung. Er setzt sich auf seinen Rollen in Bewegung. Die Wissenschaftler verfolgen auf dem Bildschirm, was er mit seinen Kameraaugen sieht: Er wählt einen vielversprechenden Griff aus, fixiert ihn, streckt die blaue, weiche Silikonhand aus – die übrigens auch in diesem Labor entwickelt wurde –, schließt die Finger um den Griff, dreht ihn und setzt damit den Öffnungsmechanismus am hölzernen Puzzle in Gang.

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