Stanzen Wenn sich Technik und Kunst vereinen
Wenn Kunst und Technik aufeinandertreffen, begegnen sich zwei sehr unterschiedliche Welten. Die eine regt kreativ zu eigenen Gedanken an und kann vieles offen lassen. Die andere bringt definierte Vorgaben exakt auf den Punkt. Ursula Edle von Graeve ist Künstlerin und ihr gelingt es, diese beiden Welten zu vereinigen. Das Ergebnis sind Collagen, für die sie Stanzteile mit verschiedenen Materialien verarbeitet.
Anbieter zum Thema
Vor etwa 45 Jahren lernte sie ihren Mann Adolf Edler von Graeve kennen. Der Techniker und Stanzexperte trat im Jahr 1966 in die Bruderer AG in Frasnacht in der Schweiz ein und gründete vier Jahre später die Bruderer Deutschland GmbH in Dortmund, der er von 1970 bis 2005 als geschäftsführender Gesellschafter vorstand. Ein Leben, in dem sich sehr viel um das Stanzen dreht, zu Hause und auf Reisen.
Bildergalerie mit den Kunstwerken
Bildergalerie mit den Kunstwerken
Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Stanztechnik und die Stanzteile auch in ihr Blickfeld rückten und zu Kunstobjekten wurden. Schon als junge Frau war von Graeve sehr kunstinteressiert. Diese Passion griff sie wieder auf. Sie nahm Unterricht bei dem Maler Otto Bahrenburg, besuchte verschiedene Kunst-Seminare und -Vorlesungen, pflegt Kontakte zu Künstlern und fuhr mehrfach zu Studienaufenthalten nach Südfrankreich.
Die verschiedenen filigranen und schmuckartigen Stanzteile aus der Elektro- und Elektronik-Industrie, die auf Bruderer-Stanzautomaten gefertigt werden, übten auf Ursula Edle von Graeve eine Faszination aus. So entstand die Idee, diese künstlerisch zu verarbeiten.
Seit der ersten Collage auf Leinwand mit Stanzteilen entstanden 290 Bilder
1989 entstand dann die erste Collage in Acryltechnik auf Leinwand unter Verwendung von Stanzteilen. Natürlich wurde sie, wie bei Prototypen üblich, nicht verkauft. Das Bild ziert mit vielen anderen Collagen nicht nur das Büro ihres Mannes im Kist in Dortmund – dem Kompetenz- und Innovationszentrum für die Stanztechnologie. Auch in anderen Räumen sind Originale und Drucke in passenden Rahmen zu sehen.
Bis heute sind 290 Bilder entstanden, die auf ganz unterschiedliche Art gefertigt wurden. Die Basis der Gemälde ist vorwiegend Leinwand- oder Baumwollgewebe auf Keilrahmen. Hinzu kommen nach Belieben verschiedene Materialien, wie beispielsweise Sand, Steinchen, Metallteile, Stanzstreifen oder -teile, Textilien, Strukturpaste und vieles mehr.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:316458)