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Das Verlagern geschah nach einem Stufenmodell: Wenzel startete mit dem Export von komplett montierten Maschinen, führte die Montage von Komponenten von teilweise beziehungsweise komplett zerlegten Anlagen (SKD/CKD) ein. Das Stufenmodell reduziert das Qualitätsrisiko und überfordert nicht die Organisation.
Wenzel verlegt nur sichere Prozesse nach China
Bewährt hat es sich, die Produktionsstandards in Deutschland zu entwickeln und dann nur die sicheren Prozesse zu verlagern. Heute montiert und beschafft Wenzel vor Ort. „Wir exportieren heute nur noch die Bauteile und Bestandteile nach Shanghai, die für die hohe Genauigkeit nötig sind“, sagt Richard.
Wie schützt sich Wenzel aber vor Produktpiraten? „Die neueste Technologie bleibt in Deutschland“, erläutert der Produktionsleiter. „Unser geflügelter Satz dazu lautet: Alles, was man sieht, ist aus China. Alles, was man nicht sieht, kommt aus Wiesthal.“ Dazu zählen Feinmechanik, Antrieb und Software.
Die Produkte aus Shanghai kommen an. Richard meint: „Zur Zeit beliefern wir von Shanghai aus ganz Asien.“
China-Tochtergesellschaft in 100%-Besitz schützt vor Produktpiraterie
Der Mittelständler konnte viele Erfahrungen rund um die Produktionsverlagerung machen. Vor Produktpiraterie schützt eine 100-%ige Auslandstochter, die von Deutschen mit guten chinesischen Sprachkenntnissen geleitet wird. Chinesen mit europäischer Auslandserfahrung leiten die Produktion. Als Geschäftssprache mit Kunden hat sich Englisch bewährt.
So läuft auch die Qualitätssicherung der Produktion (beispielsweise die Bearbeitung der Granitmesstische) nach deutschen Wenzel-Standard ab, auf die auch Abnehmer im Land Wert legen. „China ist schon längst kein Markt mehr für Low-tech“, sagt Richard.
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