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Siemens, Vestas und LM arbeiten an Recycling-Lösungen
Dazu sagt Karin Borg von der Siemens-Division Wind Power and Renewables: „Für das Projekt mit Genvind stehen etwa 6 Mio. Euro zur Verfügung. Wir starteten am 1. Dezember 2012. Das Projektende ist für 2016 vorgesehen.“ Und Borg ergänzt: „Die Verbrennung ist nicht das, was wir wirklich wollen. Ideal wäre etwa die Nutzung als Isolationsmaterial.“ Dazu werden die Windräder zersägt, geschreddert und in kleine Stücke gemahlen. Den Prozess zu optimieren, sei dabei ein aktueller Aspekt der Forschung. Es hänge auch davon ab, in welchen Industriezweig die zig Meter langen Teile einmal gehen sollen, so die Siemens-Managerin. Eine Herausforderung ist die Logistik. Dabei ist die Kernfrage, ob eine zentrale Zerkleinerungsanlage oder eine dezentrale Abfalllogistik die wirtschaftlichere Variante ist.
Siemens wird dabei von PPG Fiber Glass aus den Niederlanden unterstützt. Der dort tätige Chemiker Dr. Jaap van der Woude erklärt, dass sich Composites nicht einfach in die Ausgangsmaterialien zurückverwandeln lassen. „Beim Herstellungsprozess bilden sich widerstandsfähige Gefüge, die jahrelang heftigsten Witterungsbedingungen trotzen müssen“, so van der Woude. Bis dato könnten diese Composites chemisch nur schwer aufgeschlossen werden. Auch die Trennung von Faser und Matrix ist schwierig. „Noch arbeiten wir an der Basis“, sagt van der Woude.
Verbrennen lohnt sich wegen des hohen Heizwertes
Der Branchenverband für Faserverstärkte Kunststoffe AVK gibt ebenfalls die thermische Verwertung der Kunststoffe in Müllverbrennungsanlagen als bislang bekanntestes Verfahren zur Verwertung der Composites an. Ein positives Argument ist der hohe Heizwert von 18 bis 25 MJ/kg. In Deutschland setzt das Kreislaufwirtschaftsgesetz für die energetische Nutzung von Materialien in Müllverbrennungsanlagen einen Heizwert von mindestens 11 MJ/kg voraus. Oft haftet diesem Verfahren ein negatives Image an. Dennoch ist es laut AVK, vor allem auch aus Kostengründen und vor dem Hintergrund einer hohen Verfügbarkeit, ein gängiges Verfahren. Jedoch müssen die anfallenden Aschen dann meist auf einer Deponie entsorgt werden.
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