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Mit der Entscheidung für einen systematischen Aufbau weiblicher Talente in Führungspositionen baut die Telekom laut Sattelberger auch ihr Programm zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben aus. So sollen Elternzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte, flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuungsangebote ausgeweitet sowie praktische Unterstützungsleistungen im Alltag angeboten werden.
„Die Frauenquote ist für mich persönlich der große und wichtige Steinwurf um die Tür aufzumachen. Das gilt nicht nur für mehr Frauen in Führungspositionen, nicht nur für mehr Diversity in allen relevanten Dimensionen, sondern auch für die Art und Weise, wie Unternehmen Zeit organisieren und wie sie das Zeitgefüge von Menschen und Organisationen zueinanderbringen”, so Sattelberger. Die Unternehmenskultur müsse antwortfähig auf das sein, was in der Gesellschaft zu tun sei, um einen kulturpolitischen Wandel zu erwirken.
In der Wissensgesellschaft sind flache Hierarchien gefordert
„Unternehmen müssen sich vom Gedanken der Omnipotenz auf Mitarbeiter verabschieden“, betonte Sattelberger. So führte die Telekom unter seiner Leitung E-Mail-freie Wochenenden ein. Unternehmen müssten Schritt für Schritt demokratisch werden, in der Wissensgesellschaft seien flache Hierarchien gefordert.
Simone Siebeke, Corporate Vice President Human Resources Cosmetics bei Henkel, gab den Teilnehmerinnen praktische Tipps für die Karriereplanung. Ihre Erfolgsformel lautet PVCM und steht für Performance, Visibility, Communication und Mindset. Sie ermutigte Frauen, ihre Karriere selbst in die Hand zu nehmen und ihre Meinung kundzutun, anstatt passiv zu warten, dass etwas passiert.
„Gehen Sie gezielt in eine Branche, die Frauen unterstützt“, betonte sie, Frauen sollten nicht in die Falle tappen, in einem Unternehmen die „Dona Quijota“ zu spielen. Frauen sollten sich Mentoren suchen und ihre Zeit gezielt in Projekte investieren, die auf der Führungsebene sichtbar sind.
Frauen stellen noch großes Potenzial für die Wirtschaft dar
Dem Thema „Leben und arbeiten im 21. Jahrhundert – die Zeichen stehen auf Frau“ widmete sich die anschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Sabine Asgodom. Dieter Frey vom Lehrstuhl für Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München betonte, dass Frauen für die Wirtschaft ein Riesenpotenzial darstellten, denn im Durchschnitt seien Frauen klüger, sie hätten besserere Abiturnoten, machten bessere Abschlüsse an Universitäten, seien kommunikativ und überzeugend. Männer fühlten sich dadurch bedroht, denn die meisten Führungskräfte seien Egomanen.
Passend zum Abschluss der weltweit größten Technologiemesse griff Prof. Dr. Gunther Olesch, Geschäftsführer von Phoenix Contact, das Thema Ingenieurmangel auf. Er ermutigte die Frauen, in technische Berufe zu gehen, denn Deutschland werde ein Produktionsstandort bleiben. „Wir sind ein technologisches Land und wir brauchen technologisch ausgebildete Frauen”, betonte er. Es sei allein auf die technischen Bereiche wie Maschinenbau, Automobilbau oder regenerative Energien zurückzuführen, dass Deutschland vergangenes Jahr einen Anstieg um 3,4% im Bruttosozialprodukt verzeichnen konnte. Bei Phoenix Contact machen Frauen 8,5% der Führungsriege aus.
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