Fachkongress Womenpower

Wie Frauen ihre Karriere selbst in die Hand nehmen

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Angeboten wurden neben Präsentationen von Best-Practice-Beispielen und Vorträgen auch Workshops und Diskussionsrunden zu unterschiedlichsten Themen.

Selbstverpflichtung zur Frauenquote wird weiter diskutiert

Der Total E-Quality Deutschland e.V., der es sich zum Ziel gesetzt hat, Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf zu etablieren und nachhaltig zu verankern, bot im Rahmen des Kongresses eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde an. Ida Hiller, Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg, Andreas Krey, Geschäftsführer Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH, Eva Maria Roer, Vorstandsvorsitzende Total E-Quality Deutschland e.V., Walter Scheurle, Personalvorstand Deutsche Post AG, und Dr. Indra Willms-Hoff, Mitglied der Geschäftsleitung Volkswagenstiftung, diskutierten in der von Loréne Gensel vom Mitteldeutschen Rundfunk moderierten Talkrunde das Thema „Die Wirtschaft (soll) muss weiblicher werden“.

Nach dem Spitzengespräch der Ministerinnen Schröder und von der Leyen mit den Arbeitsdirektoren der 30 DAX-Unternehmen Ende März wurde das Thema Selbstverpflichtung der Unternehmen nochmals aufgegriffen. Mit dem von Total E-Quality vorgelegten Vorschlag würde dieser Weg zur Förderung von Frauen in Führungspositionen auch die kleinen und mittleren Unternehmen erreichen und damit Breitenwirkung auf alle Führungsebenen in der deutschen Wirtschaft erzielen.

Gemeinsame Karriereplanung von Arbeitgebern und Mitarbeitern

Besonders deutlich wurde die steigende Bedeutung der frühzeitigen gemeinsamen Karriereplanung von Arbeitgebern und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um verschiedene Lebensentwürfe herum, mit der eine starke Bindungswirkung an die Unternehmen entsteht. Das Fazit der Runde: „Die Wirtschaft wird weiblicher.“

Auch Bosch Rexroth organisierte anlässlich der Hannover-Messe eine Diskussionsrunde mit Studentinnen technischer Fachrichtungen mit den Fragestellungen: Wie lässt sich die Attraktivität von technischen Berufen für Frauen erhöhen? Hilft eine Quote, den Anteil weiblicher Führungskräfte zu vergrößern? Haben Frauen und Männer die gleichen Karrierechancen in der „Männerdomäne“ Maschinen- und Anlagenbau? Wie lassen sich Beruf und Familie vereinbaren? Fragen wie diese diskutierten zwölf Studentinnen technischer Studiengänge mit Dr. Ingo Rendenbach, dem Personaldirektor der Bosch Rexroth AG.

Vielfältigkeit als wichtiger Treiber 
für Innovation und Erfolg

„Vielfalt ist ein wichtiger Treiber für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg. Daher achten wir sehr darauf, dass die Teams bei Bosch Rexroth kompetent und vielfältig aufgestellt sind. Unterschiedliche Köpfe mit unterschiedlicher Herkunft und Geschlecht tragen zur Ideenfindung bei, da Frauen beispielsweise erfahrungsgemäß eine andere Sichtweise einbringen und Dinge anders hinterfragen als Männer“, sagte Rendenbach.

Der von Sylvia Stiasny,Referentin im Personal- und Talentmanagement beim weltweit führenden Steuerungs- und Antriebsspezialisten, moderierte offene Gedankenaustausch diente dazu, die Bedürfnisse von Studentinnen noch besser kennenzulernen. „So stellen wir sicher, dass wir möglichst viele Hemmnisse ausräumen, die Frauen einer Karriere im Weg stehen“, erläuterte der Personaldirektor. „Denn wir haben den Anspruch, den unterschiedlichen Lebensentwürfen unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gerecht zu werden.“

Bosch Rexroth plant, Frauen noch intensiver zu umwerben, zu rekrutieren und zu fördern. „Frauen gehen Herausforderungen auf ihre Weise an, beleuchten Situationen aus einem anderen Blickwinkel und bringen ihre eigene Kreativität und Dynamik mit. Wir setzen daher auf Vielfalt und die richtige Mischung zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten in unseren Teams“, sagte Rendenbach.

Zu den Zielen des Unternehmens gehört unter anderem, mehr Hochschulabsolventinnen einzustellen und den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Derzeit liegt der Frauenanteil des Steuerungs- und Antriebsspezialisten in Deutschland bei rund 16%.

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