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Für Vorgesetzte ist zudem wichtig zu wissen, dass es verschiedene Lerntypen gibt. Etwa den Auditiven, Visuellen oder Kinästhetischen. Je nach persönlicher Ausprägung sollten die Mitarbeiter also Lernmaterialien zum Hören, Ansehen oder zum Erfahren – im Sinne von Erlebbarsein – aussuchen. Heute stellt sich die Lerntypenverteilung in etwa so dar: 82 % der Menschen sind visuell veranlagt, 11 % müssen Dinge hören, um sie zu behalten, 4 % riechen, 2 % fühlen und 1 % sogar schmecken.
Lernen muss geplant werden wie ein wichtiges Projekt
Erfolgreiche Unternehmen planen: die Firmenstrategie, einzelne Aufträge oder die Mitarbeiterentwicklung. Auch Lernen sollte geplant werden, damit es am Ende erfolgreich wird. Mitarbeiter sollten das Lernen daher wie ein Projekt angehen und diese Faktoren berücksichtigen: zuerst die Recherche. Materialien über das Wissensgebiet sammeln, dann einen Zeitplan erstellen, wann was gelernt wird, bis hin zur Prüfung.
Hintergrund: Diese Strukturen geben den Mitarbeitern Sicherheit. Im Idealfall sollten sie rückwärts planen. Das Ziel, etwa eine Prüfung, bildet den Ausgangspunkt. Von da aus sollten sie thematische Lernpakete hin zum aktuellen Datum verteilen.
In den Plan gehören darüber hinaus Zeiten für Wiederholungen und das Lösen von Prüfungsaufgaben. Gegebenenfalls sollten Chefs bei der Planung unterstützen oder vor allem vor Prüfungen Freiräume schaffen.
Fester Ort und feste Zeit helfen beim Lernen
Egal, ob Zuhause oder am Arbeitsplatz, Mitarbeiter sollen einen festen Ort dafür finden. Idealerweise kombiniert mit einer festen, regelmäßigen Lernzeit und in Absprache mit dem Vorgesetzten, wenn während der Arbeitszeit Lerneinheiten anstehen. Hinter diesem Vorgehen steckt die Absicht, den inneren Schweinehund zu überlisten. Schafft es der Mitarbeiter, das Lernen in seinen Tagesablauf als Regelmäßigkeit, wie etwa zuhause das Zähneputzen, einzubinden, ist er auf dem richtigen Weg.
Tipp, um Zeit zu gewinnen: die Lieblingssendung im Fernsehen aufzeichnen und später anschauen. Dabei die Werbezeiten überspringen. Zeitgewinn oft bis zu 20 Minuten pro Sendung. In Summe kostet eine Ritualisierung den Mitarbeiter weniger Kraft als der tägliche Kampf mit inneren Widerständen.
Lerngruppen als Königsweg zum erfolgreichen Lernen
Chefs sollten es ihren Leuten ermöglichen, Lerngruppen zu bilden. Sie sind der Königsweg. Denn hier greifen die oben genannten Tipps am besten. Der Mensch ist ein soziales Wesen, der Austausch mit Kollegen über Erfahrungen motiviert und stärkt den eigenen Willen. Von daher hilft es, kontinuierlich in einer Gruppe zu lernen, weil sich die Teilnehmer unterstützen können und obendrein die soziale Kontrolle greift, ähnlich wie bei Lauftreffs. Fehlt hier einer, wird er beim nächsten Treffen gerügt.
Allerdings sollte die Obergrenze bei maximal fünf Lernern liegen, ansonsten geht das Individuum unter. Ein betrieblicher Lerntreff gelingt besser, wenn zuvor jedes Mal das Lernziel definiert ist und die Teilnehmer ihre Fragen mitbringen.
* Simone Stargardt ist Geschäftsführerin der Weiterbildungsakademie Carriere & More in 71404 Korb
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