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Corona-Überbrückungshilfe Wie Unternehmen an die neuen Zuschüsse kommen

| Redakteur: Melanie Krauß

KMU, die im April und Mai Umsatzausfälle hatten, können Corona-Überbrückungshilfe bekommen. Wie viel Geld es pro Betrieb gibt und wer es beantragen kann, erklärt Ecovis-Unternehmensberater Andreas Steinberger.

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Schon Ende Juli sollen die ersten Zuschüsse ausgezahlt werden.
Schon Ende Juli sollen die ersten Zuschüsse ausgezahlt werden.
(Bild: ©magele-picture - stock.adobe.com)

Wer kann Überbrückungshilfe beantragen?

Die Lage vieler Branchen ist nach wie vor existenzbedrohend. Ihnen will der Staat mit der Überbrückungshilfe unter die Arme greifen. Auch Solo-Selbstständige, Freiberufler und gemeinnützige Organisationen sind antragsberechtigt. Ihr Umsatz muss von April bis Mai 2020 im Vergleich zu den Vorjahresmonaten insgesamt um mindestens 60 % eingebrochen sein. „Wer sein Unternehmen erst nach April 2019 gegründet hat, muss die Umsätze mit denen im November und Dezember 2019 vergleichen“, sagt Andreas Steinberger, Unternehmensberater bei Ecovis in Dingolfing. Wichtig: Die Unternehmen dürfen nicht schon Ende 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.

Wie viel Geld können Unternehmen bekommen?

Betriebe können zwischen 9000 und 150.000 Euro erhalten für maximal Juni bis August. Wie viel Überbrückungshilfe ein Betrieb bekommt, hängt von den Fixkosten, dem Umsatzeinbruch und der Anzahl der Beschäftigten ab. Zu den Fixkosten zählen beispielsweise Mieten, Zinsaufwand für Kredite, Ausgaben für Versicherungen oder Strom- und Wasserkosten. „Der Unternehmerlohn oder die Lebenshaltungskosten vor allem von Freiberuflern und Solo-Selbstständigen zählen nicht dazu“, sagt Steinberger.

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von

  • 80 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch
  • 70 % der Fixkosten bei 50 und bis zu 70 % Umsatzeinbruch
  • 40 % der Fixkosten bei 40 und bis zu 50 % Umsatzeinbruch

Betriebe mit weniger als fünf Mitarbeitern können maximal 9000 Euro bekommen. Bei weniger als zehn Mitarbeitern können es höchstens 15.000 Euro Zuschuss sein. Wer zwischen elf und 249 Mitarbeitern beschäftigt, kann bis zu 150.000 Euro bekommen. Die Anzahl der Mitarbeiter richtet sich nach Vollzeitbeschäftigten. Teilzeitbeschäftigte müssen also dementsprechend umgerechnet werden.

Müssen Unternehmer die Überbrückungshilfe vielleicht zurückzahlen?

Da es sich bei der Überbrückungshilfe um einen Zuschuss handelt, müssen die Unternehmen das Geld nicht zurückzahlen. „Nur wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Fixkosten deutlich niedriger waren, muss ein Betrieb Geld zurückzahlen“, sagt Steinberger. Lässt sich ein Unternehmen bis August nicht weiterführen, sind die Zuschüsse ebenfalls zurückzuzahlen.

Bei wem können Betriebe Antrag auf Überbrückungshilfe stellen?

Damit es keinen Missbrauch wie bei der Corona-Soforthilfe gibt, schaltet die Regierung nun den Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer vor. Er weist den Umsatzeinbruch und die erstattungsfähigen Fixkosten nach und stellt letztlich den Antrag. „Unternehmen sollten ihrem Steuerberater zügig alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellen“, rät Steinberger, „die Buchhaltung darf also nicht im Schuhkarton daherkommen, sondern muss aktuell sein.“

In welchem Zeitraum können Betriebe Überbrückungshilfe beantragen?

Wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in einer Pressekonferenz mitteilte, können sich Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ab sofort für die Onlineplattform registrieren. Dann erst erhalten sie Zugangsdaten für die Antragsplattform. Die Antragsfrist endet am 31. August 2020.

Altmaier teilte mit, er sei zuversichtlich, dass die ersten Auszahlungen bereits in der vierten Juliwoche erfolgen könnten. Zudem rechnet er damit, dass es ab Oktober/November wieder ein Wirtschaftswachstum im Vergleich zu den Vormonaten geben wird. Dieses wird sich allerdings nicht gleichmäßig über alle Branchen verteilen.

Mehr Informationen finden Sie hier: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

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