CFK-Bearbeitung Wie zerspant ein Profi den Leichtbauwerkstoff CFK?
Auch mittelständische Maschinenbauer lockt die ungeheure Leichtigkeit der carbonfaserverstärkten Kunststoffe (CFK). Doch der Umstieg ist nicht ohne: Ein Textilmaschinenhersteller berichtet über seinen Umstieg auf CFK-Bauteile und über erste Erfahrungen mit einer Spezialwerkzeugmaschine.
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Auf dem Gebiet Composites ist die Liba Maschinenfabrik GmbH, Naila, schon seit längerer Zeit aktiv. Die Franken fertigen Anlagen zur Produktion von textilen Halbzeugen – Glas- und Carbonfasergelege, beispielsweise zur Herstellung von Rotorblättern für Windkraftanlagen sowie zur Herstellung von Betonarmierungen. „Das wichtigste Thema ist im Augenblick der Automobilbau“, erklärt Liba-Geschäftsführer und -Inhaber Karlheinz Liebrandt. „Im Jahr 2012 kommt es mit dem neuen L-Car von BMW zum weltweit ersten Großserieneinsatz von CFK im Automobilbau.“
Es ist eine Premiere mit Signalwirkung: Denn sie dürfte auch andere Branchen locken, es einmal mit dem Stoff zu versuchen, aus dem die Leichtbauträume der Zukunft sind. Liba verwendet bereits seit längerem Carbonfaserkunststoffe für thermisch und mechanisch hochbeanspruchte Bauteile in seinen Maschinen. „Eine unserer wichtigsten Komponenten aus CFK sind die so genannten Wirkwerkzeugträger“, sagt Liebrandt.
Seit dem Werkstoffwechsel zu CFK sind die Gewichtsprobleme passé
Auf diesen bis zu 6,6 m langen „Barren“ mit komplex geformtem Querschnitt befinden sich bis zu 8000 Wirknadeln. Damit das Wirken von Textilien präzise abläuft, sollte die Länge der Barren auch bei schwankenden Temperaturen immer konstant sein – mit minimalen Toleranzen. Es kamen bisher stranggezogene Aluminium-Magnesium-Profile zum Einsatz, deren Länge bei Temperaturänderungen schwankte.
„Seitdem wir CFK einsetzen, dass sich fast überhaupt nicht ausdehnt, treten fast keine Probleme etwa beim Anfahren einer Maschine auf“, freut sich Firmeninhaber Liebrandt.
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