Recycling

Wiederaufbereitung reduziert den Materialverbrauch um 40 %

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Mehraufwand der Produktion rechnet sich später

Bereits im Jahre 1997, fünf Jahre nach der Unternehmensgründung, startete OPED die Wiederaufbereitung. Eine einmalige Verwendung der Produkte stellte bereits damals Ressourcenverschwendung dar, weil die Qualität zu dieser Zeit schon sehr hoch war. „Um eine Wiederaufbereitung einführen zu können, mussten aber einige Auflagen erfüllt werden, zum Beispiel auch hinsichtlich der hygienischen Standards“, erinnert sich Andreas Bonleitner, Mitglied der OPED-Geschäftsleitung. Außerdem mussten die Produkte von ihrem Aufbau her dafür geeignet sein. „Heute wird bereits bei der Entwicklung neuer Produkte darauf geachtet, dass sie sich zur Wiederaufbereitung eignen“, erläutert Bonleitner. Die Entwicklungsingenieure wissen, dass die entwickelten Produkte einfach zu montieren und mit wenig Aufwand zerlegbar sein müssen. Dieser Mehraufwand in der Konstruktion macht die Wiederaufbereitung wirtschaftlich.

Im Bereich der Medizintechnik war die Wiederaufbereitung in den 90er Jahren nicht weit verbreitet, weshalb es auch zu Beginn für die Krankenkassen schwierig war, die Wiederaufbereitung von Orthesen zu akzeptieren. Doch auch die Krankenkassen profitieren von dieser Lösung: Sie zahlen lediglich eine Mietgebühr und nicht den Kaufpreis der Produkte. „Wir bieten den Kassen ein Rundum-sorglos-Paket“, so Bonleitner. Er erläutert: „Die Aufbereitung und Qualitätssicherung der Orthesen erfolgt bei uns, wobei wir auch die Kosten für die Zu- und Rücksendung übernehmen. Außerdem garantieren wir eine gleichbleibend hohe Produktqualität der wiederaufbereiteten Orthesen und sorgen so dafür, dass jeder Patient nach wie vor optimal versorgt ist, denn ein schnell genesener Patient ist auch im Sinne der Krankenkassen.“

Seitens der Patienten gibt es große Akzeptanz

Bei den Patienten stößt die Wiederaufbereitung auch auf große Akzeptanz „Rund 90 % der von uns ausgelieferten Orthesen kommen wieder zu uns zurück und werden wiederaufbereitet“, freut sich Bonleitner. Basis dieses Erfolgs sind eine ausgefeilte Logistik mit einem professionellen Bestands- und Rückholmanagement sowie eine komplexe Organisation aus Qualitätssicherung und modernen Maschinen, wobei die Abteilung Wiederaufbereitung die Hauptrolle spielt.

Nachdem die Orthesen direkt vom Patienten zurück zum Hersteller gekommen sind, werden die Produkte in ihre Einzelteile zerlegt und von den Kollegen der Wiederaufbereitung genau begutachtet. Die direkt an der Haut anliegenden Kissenbezüge und auch die Sohlen sind Einmalprodukte und werden direkt entsorgt beziehungsweise an ein Müllverbrennungsunternehmen übergeben. Alle Materialien, die direkt an der Haut anliegen und mit Wunden in Berührung kommen, eignen sich aus hygienischen Gründen nicht zur Wiederaufbereitung. Am Beispiel des Produkts Vacoped erläutert Bonleitner: Von den 45 Einzelteilen werden lediglich drei Teile entsorgt. Der Rest, sofern sehr gut erhalten, landet in speziellen Waschmaschinen. Der Grad der Abnutzung hängt oft vom Patienten ab – ein Landwirt beispielsweise nutzt seine Orthese schneller und stärker ab als ein Patient, der sich auf dem Sofa regeneriert.“

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