Recycling Wiederaufbereitung reduziert den Materialverbrauch um 40 %

Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Stéphane Itasse

Die Qualität von Medizintechnikprodukten muss höchsten Ansprüchen genügen. Doch höchste Qualität muss nicht immer gleich ein neues Produkt bedeuten, wie ein Medizintechnikhersteller beweist. Seine Orthesen werden nach Gebrauch wiederaufbereitet. So konnten von rund 124 t eingesetztem Kunststoff rund 40 % eingespart werden.

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Die wiederaufbereiteten Kunststoffteile werden mit neuen Kissen, die an der Haut der Patienten anliegen, und mit neuen Sohlen zu neuwertigen Orthesen komplettiert.
Die wiederaufbereiteten Kunststoffteile werden mit neuen Kissen, die an der Haut der Patienten anliegen, und mit neuen Sohlen zu neuwertigen Orthesen komplettiert.
(Bild: Kuttkat)

Die Materialkosten sind einerseits in nahezu allen produzierenden Betrieben ein erheblicher Kostenfaktor mit steigender Tendenz. Andererseits wird zunehmend deutlich, dass die Ressourcen durchaus begrenzt sind. Ziel sollte es deshalb sein, vorhandene Rohstoffmengen zu schonen sowie die Rohstoffproduktivität und Wiederverwertbarkeit zu optimieren.

Beim Material kann das produzierende Gewerbe am meisten sparen

Denn Materialien sind im produzierenden Gewerbe der größte Kostenfaktor und bieten somit auch das größte Einsparpotenzial. Die Wiederaufbereitung kann den Materialeinsatz drastisch verringern, wie sich am Beispiel medizintechnischer Produkte wie Orthesen zeigt. Dort war die Wiederaufbereitung bislang unüblich. Das hat der Medizintechnikhersteller OPED in Valley-Oberlaindern geändert.

Das Unternehmen wurde 1992 im oberbayrischen Mühltal bei Valley gegründet und ist mittlerweile weltweit an vier Standorten operativ tätig. In dem im Jahr 2010 eigens erbauten Medizinpark Valley sind rund 200 Mitarbeiter mit der Entwicklung, Herstellung, Wiederaufbereitung und dem Vertrieb der Produkte beschäftigt.

Basis der OPED-Orthesen ist die Vaco-Technik: Ein Kissen, gefüllt mit kleinen Kügelchen, passt sich dem Körperteil, zum Beispiel dem Fuß, perfekt an. Nach Luftentzug wird die jeweilige Position fixiert – der Körperteil ist geschützt. Dieser Anpassungsvorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Eine leichte und sehr stabile Kunststoffschale gibt der Orthese den nötigen Halt und bietet durch die besondere Konstruktionsweise mehr Bewegungsfreiheit als ein Gipsverband.

Wiederaufbereitete Orthesen erfreuen sich großer Nachfrage

Welches Einsparpotenzial die Wiederaufbereitung von solchen Orthesen erschließen kann, verdeutlichen folgende Daten: Das Unternehmen beliefert in Deutschland und in der Schweiz derzeit rund 2000 Krankenhäuser, Kliniken und Sanitätshäuser. Pro Jahr werden rund 60.000 Patienten mit Knochenbrüchen oder Sehnenrissen mit der Vakuumschiene Vacoped versorgt, etwa 10.000 Patienten mit der Knöchelschiene Vacoankle und ungefähr 1000 Patienten mit dem Vacodiaped. Mit der aktiven Bewegungsschiene Camoped werden rund 5000 Patienten bei ihrer Rehabilitation, beispielsweise nach einer Kreuzbandoperation, unterstützt.

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