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Schweißtechnik

WIG-Schweißzeiten im Behälterbau drastisch verkürzt

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Bewegungsfreudiges Drahtfördersystem steigert Produktivität

Eine deutliche Steigerung in der Produktivität, heißt es, ergab sich für AST durch die Zusammenarbeit mit dem Schweißgerätehersteller EWM aus Mündersbach. Der zuständige Mitarbeiter, Rudolf Federrath von der Geschäftsstelle in Siegen, brachte den Schweißern in diesem Projekt ein Drahtvorschubgerät des Typs „tigspeed“ von EWM nahe.

Beim MIG/MAG-Schweißen gehören Drahtfördersysteme, wie EWM sagt, prozessbedingt zum Standard. Mit „tigspeed“ hingegen unterstützt man speziell das WIG-Schweißen: Sowohl die Kaltdrahtförderung als auch das Arbeiten mit Heißdraht sei damit möglich. Der Zusatzwerkstoff wird dazu vorgewärmt, wodurch sich die Abschmelzleistung im Vergleich zum manuellen WIG-Schweißen um bis zu 60 % erhöhen kann.

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Das Besondere an „tigspeed“ ist die überlagerte Vorwärts- und Rückwärtsbewegung bei der Drahtförderung, erklärt EWM. Der Draht wird folglich nicht nur kontinuierlich gefördert, wie es vom MIG/MAG-Schweißen her bekannt ist, sondern ahmt durch die Bewegunsüberlagerung quasi den manuellen Schweißprozess beim WIG-Schweißen nach, bei dem der Schweißer den Zusatzwerkstoff immer wieder aus dem Lichtbogen herausziehen muss, erklären die EWM-Experten.

Schweißzeit um 75 % verkürzbar

Die Produktivitätssteigerung durch den Einsatz von „tigspeed“ sei enorm: Die durchschnittliche Schweißzeit für einen Meter Schweißnaht reduziert sich damit von bisher 20 bis 25 min auf nur noch 5 bis 6 min. Daraus resulitert bei kontinuierlichen Schweißnähten eine Einsparung von bis zu 75 % bei der Wurzellage bezogen auf das konventionelle WIG-Schweißen mit manueller Zuführung des Zusatzwerkstoffes, rechnet EWM vor.

Dies liege zum einen an der höheren Abschmelzleistung durch den Heißdraht und zum anderen an dem geringeren Handlingaufwand durch „tigspeed“. Weil der Zusatzwerkstoff von der Rolle kommt, entfällt laut EWM die ständige Unterbrechung des Schweißprozesses durch den Wechsel des Schweißzusatzwerkstoffes. Zum anderen sei der Umgang mit dem Brenner sehr leicht zu lernen. Außer Standard-WIG-Kalt- beziehungsweise -Heißdrahtbrennern biete EWM auch eine Variante an, bei der der WIG-Brenner in eine MAG-Griffschale integriert sei. Für diese Ausführung, bei der sich das WIG-Schweißen wie MAG-Schweißen „anfühlt“ und dementsprechend auch weitere Geschwindigkeitsvorteile genossen werden könnten, hat sich auch AST entschieden. Durch die dem kontinuierlichen Drahtvorschub überlagerte Vorwärts- und Rückwärtsbewegung, kann der Schweißer das Schweißbad dabei ebenso kontrollieren, wie es beim Schweißen mit manueller Zuführung des Zusatzwerkstoffes der Fall ist. Dabei müsse er sich jedoch nicht um die Zuführung kümmern.

Spezialrührwerke nach Kundenwunsch

Die besondere Stärke von AST ist, wie es heißt, der Sonderanlagenbau. Bei Spezialrührwerken nach Kundenvorgabe kann der Rührwerkbehälter etwa von der üblichen runden Form und der Spiralwicklung der Halbrohre abweichen. Ein Beispiel dafür ist der Rührwerkbehälter mit einer annähernd vollflächigen Belegung des Behälters mit Kühlschlangen. Um das zu schaffen, wurden die Halbrohre auf Gehrung geschnitten und an den Ecken aneinander geschweißt, erklärt AST. Der Abstand zwischen den Kühlschlangen sei auf ein Mindestmaß reduziert. So ergibt sich ein größtmöglicher Wärmeaustausch zwischen dem Medium und dem Behälter, sagen die Spezialisten. Auch dabei bietet das „tigspeed“-Verfahren, wie es weiter heißt, eine Wertvolle Unterstützung.

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