Windkraftanlagen-Produktion

Windenergie bringt Rückenwind für die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen

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Um den hohen Ansprüchen hinsichtlich Prozesssicherheit im Windenergiesektor gerecht zu werden, bietet Iscar unter anderem stabile, tangentiale Werkzeugsysteme an. „Dabei handelt es sich beispielsweise um Tangmill zum Planfräsen der Rotornabe oder Heliturn zum Schruppdrehen der Hauptwelle“, berichtet Industriespezialist Bender.

Tangentiale Werkzeugsysteme bringen Prozesssicherheit in die Windkraftanlagen-Fertigung

Bei tangentialen Werkzeugsystemen, führt er weiter aus, erfolge die Aufnahme der Schnittkraft über den stabilsten Wirkungsquerschnitt der Wendeschneidplatte. Diese besonderen Stabilitätsverhältnisse garantierten eine hohe Prozesssicherheit und ein hohes Zeitspanvolumen.

Kein spezielles Werkzeugprogramm für die Herstellung von Windkraftanlagen hat Horn. „Aber wir sind bekannt dafür, dass wir für nahezu jede Zerspanungsaufgabe eine Lösung bieten“, sagt Oettle. „Bei Windkraftanlagen haben wir uns bislang auf die Zerspanung von Getriebekomponenten spezialisiert.“

Werkstoffe in der Windkraftanlagen-Fertigung fordern Werkzeuge heraus

Der Einsatz neuer Werkstoffe erleichtert den Werkzeugherstellern nicht unbedingt ihre Arbeit. „Die Forderung nach aerodynamischer Formbarkeit und sehr geringem Gewicht führt beim Rotorblatt zur Leichtbaukonstruktion in Schalenbauweise und zum Einsatz von Faserverbundwerkstoffen wie GFK oder CFK“, erklärt Bender. Deren Zerspanung stelle an die Werkzeuge hohe Ansprüche.

So führe die starke Abrasivität der faserverstärkten Kunststoffe an Schneiden konventioneller Werkzeuge sehr schnell zu Verschleiß. Wegen der sehr schlechten Wärmeleitfähigkeit von GFK, sie liegt im Vergleich zu Aluminium um den Faktor 300 niedriger, müsse die Schnittzonentemperatur fast komplett über das Werkzeug abgeführt werden.

Demzufolge lautet die Schlussfolgerung von Kennametal-Manager Kammermeier: „Sinnvollerweise sind diese Werkstoffe nur mit PKD zu bearbeiten. Die Hauptanforderungen an die Werkzeuge sind höchste Verschleißfestigkeit in Verbindung mit einfachem Handling und sicherer Vermeidung von Delaminationen.“

Werkzeughersteller erwarten zweistelliges Wachstum durch Windenergie

Von Seiten der Werkzeughersteller kann man die Aussichten mit einem Wort zusammenfassen: Rückenwind. „Für Kennametal hat das Marktsegment Windkraft eine große Bedeutung und Priorität. Wir erwarten mittel- bis langfristig überdurchschnittliche Wachstumsraten“, so Kammermeier. Optimistisch auch die Einschätzung von Sandvik-Manager Küpper: „Wir sehen gemeinsam mit unseren Kunden sehr positiv in die Zukunft und erwarten ein gemeinsames Wachstum im zweistelligen Prozentbereich für die nächsten Jahre.“

Bei Horn hat das Segment Windkraft einen Anteil von 7% am Gesamtumsatz. „Vor dem Hintergrund weltweiter Diskussionen um den Klimawandel und des ständig steigenden Bedarfs an regenerativen Energien rechnen wir mit Wachstumsraten von 30% bei Werkzeugen für Windkraftanlagen“, meint Oettle.

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