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Doch der Standard hat seine Grenzen. „Selbst wenn wir mit vorgefertigten Modulen arbeiten, beträgt der individuelle Anpassungsgrad bis zu 60 %“, berichtet Kekeisen-Geschäftsführer Gebele. Daher werde jede Maschine praktisch in Losgröße eins hergestellt. Auch Dr. Hanrath von Starrag betont: „Natürlich ist es wirtschaftlich erstrebenswert, einen hohen Standardanteil auch bei Großmaschinen zu erreichen. Mit der Vielzahl von Anwendungen und Anforderungen bedeutet dies jedoch auch, dass Kompromisse in der Performance in Kauf genommen werden.” Deshalb habe sich Starrag als High-Performance-Lösungsanbieter positioniert. Standardeffekte würden sich durch die gezielte Lösungsfindung in Marktsegmenten und dem daraus resultierenden Wiederholeffekt ergeben. „Wir haben also de facto einen Marktsegment-Standard.”
Eigenfertigung ist ein entscheidender Faktor
Das Bestreben, viele Komponenten selbst zu fertigen, ist dabei deutlich zu erkennen. „Die eigene Fertigungstiefe ist bei diesen Maschinen ein entscheidender Faktor, weil die Genauigkeit einer solchen Maschine nur in der Fertigung entstehen kann”, urteilt Bisgwa. Bei Bimatec Soraluce würden alle Gusskomponenten, wie das Maschinenbett, der Ständer, der Frässchieber sowie der Fräskopf, in eigener Fertigung hergestellt. „Der Anteil unserer Eigenfertigung liegt bei über 50 %.”
Für Union-Geschäftsführer Bergmann ist eine hohe eigene Fertigungstiefe zwar nicht zwingend erforderlich, bringt aber unschlagbare Vorteile mit sich: „Die Unternehmen der Herkules Group setzen traditionell auf eine hohe Fertigungstiefe. Alle Kernkomponenten der Maschinen werden innerhalb der Unternehmensgruppe hergestellt. So werden die Qualität und die Liefertermintreue gesichert und wir können flexibler Sonderwünsche des Kunden erfüllen.”
Trend zu Fünf-Achs-Bearbeitung und Verfahrensintegration
So sehr sich die XXL-Maschinen von üblichen Bearbeitungszentren unterscheiden, gewisse Trends sind doch gleich. „Das Spektrum an metallischen Werkstoffen sowie Verbundwerkstoffen unterliegt bei Großteilen ähnlichen Entwicklungen wie bei kleineren Teilen”, erklärt Starrag-Manager Hanrath. „Damit sind auch die Herausforderungen vergleichbar. Im Allgemeinen gilt dies auch für die Trockenbearbeitung, wobei die schiere Größe des Arbeitsraums besondere Anforderungen an Umhausungen und Späneentsorgung stellt, deren Realisierung an natürliche Grenzen stößt.”
Auch bei den Zerspanungsriesen geht es in Richtung Komplettbearbeitung. „Erkennbar ist ein Trend zu komplexeren und größeren Werkstücken, die häufig Fünf-Achs-Bearbeitung sowie Verfahrensintegration erfordern”, so Hanrath. Und Bergmann ergänzt: „Um Auf- und Umspannarbeiten zu minimieren, werden zunehmend verschiedene Bearbeitungstechnologien, zum Beispiel Drehen und Fräsen, in eine Maschine integriert. So erfolgt die komplette Bearbeitung des Werkstückes auf einer Maschine.”
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