Trumpf und Fronius 200 Millimeter dicke Bleche sicher per Laser schweißen

Autor / Redakteur: Athanassios Kaliudis / Peter Königsreuther

Beim Bau von Pressen oder Stanzen taucht immer wieder die Frage auf, wie man besonders dicke Bleche hochwertig miteinander verbinden kann. Ein spezieller Laserhybridschweißkopf ist nun erstmals in der Lage, 200 mm dicke Bleche den Anforderungen entsprechend, automatisch zu verbinden. Damit können Gestelle für Biegemaschinen noch produktiver gebaut werden.

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Das Schweißen von 200 mm dicken Blechen für den Pressenbau gelingt unter Einsatz eines Laserhybridschweißkopfes noch besser, wie Trumpf und Fronius beweisen.
Das Schweißen von 200 mm dicken Blechen für den Pressenbau gelingt unter Einsatz eines Laserhybridschweißkopfes noch besser, wie Trumpf und Fronius beweisen.
(Bild: Rauchdobler)

Bei einer Umfrage in der Fußgängerzone würden die meisten Menschen auf die Frage „Was fällt Ihnen zu Blech ein“, wohl spontan etwas wie „Backblech“ oder „Kotflügel“ antworten. Jedenfalls nicht das, was Herbert Staufer, Leiter Hochleistungsschweißen bei Fronius International, jedes Mal vor Augen hat, wenn er die Halle von Trumpf Österreich in Pasching betritt. Vier Meter lang sind die Stahlbleche dort und so dick, dass das unterste ihm noch bis zum Knöchel reicht – insgesamt 200 mm. Staufer kennt sich mit dem Material aus, denn schließlich gehört Fronius zu den führenden Anbietern von Hybridschweißanlagen.

Schweißen für 320 t Presskraft

In der Regel besucht er die Paschinger als Kunde. Für ein gemeinsames Projekt durfte er nun allerdings in die Rolle des Lieferanten schlüpfen. Warum, das erklärt sein Projektpartner und Kunde Thomas Reiter, Leiter der Blechfertigung bei Trumpf in Pasching: „Wir verschweißen diese Bleche zu Maschinenrahmen für unsere Biegemaschinen und das ist eine recht spezielle Geschichte.“ Um zu zeigen, wie diese Schweißungen funktionieren, lassen die beiden die Bleche hinter sich liegen und schlendern auf eine graue Wand zu – die quasi die fensterlose Außenwand einer Halle in der Halle ist. Winzig erscheint dagegen der Scheibenlaser Trumpf Trudisk 8002, der danebensteht. Der Scheibenlaser ist wegen der Unempfindlichkeit gegenüber Rückreflexionen das ideale Laserwerkzeug für das Laser-Hybridschweißen. Bei den kompakten fasergeführten Trudisk Lasern von Trumpf werden energieeffiziente Diodenlaser als Anregungsquelle genutzt. Die Scheibe sorgt anschließend für die hohe Strahlqualität. Der Trudisk 8002 arbeitet mit einer Leistung von 8 kW.

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Auf der anderen Seite der Wand, im Inneren dieser riesigen Laserschutzkabine, stemmt die Hydraulik 20 t empor und kippt die aufgespannten Stahlbleche in den bearbeitungsgerechten Winkel. Ein Portal fährt über die Vorrichtung und der Roboterarm mit dem Hybridschweißkopf senkt sich herab. Langsam fährt er die ersten Fügestellen ab und wärmt mit Laserlicht das Material vor. Dann folgt das Funkenfeuerwerk: Der Laserstrahl und der Lichtbogen des Metallaktivgas (MAG)-Schweißbrenners verbinden in gemeinsamer Arbeit die dicken Bleche. Die bis zu 8 mm tiefen Schweißungen werden später die Belastungen aufnehmen, die sich aus 320 t Presskraft ergeben – Hub für Hub – ein ganzes Biegemaschinenleben lang.

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