3D-Revolution in der Nische

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Generative Fertigung bleibt zunächst Ergänzung bisheriger Verfahren

Eine Revolution wird somit nicht erwartet, dazu fehlen dem AM bislang noch die entscheidenden Fertigkeiten seines klassischen Konkurrenten.

„In den Medien wurde das Thema 3D-Druck zum Teil sehr hochgespielt und häufig wurde gleich von der ,nächsten industriellen Revolution' gesprochen. Wir sehen die Technologie nicht als Allheilsbringer an, sondern vielmehr als eine Werkzeugkiste, die mir, angewandt für die richtigen Projekte, entsprechende Vorteile verschafft“, bekräftigt King die Antithese der Revolution.

Dem AM wird eine kleine Revolution in der Nische prophezeit

Reuber vom IWFT schließt sich an, zu unterschiedlich seien die Anforderungen: „Eine vollständige Ersetzung klassischer Verfahren durch AM wird es sicherlich nicht geben, da die Eignung eines Verfahrens immer stark durch die Anforderungen der jeweiligen Anwendung gekennzeichnet sein wird und die klassischen Verfahren der additiven Fertigung bei bestimmten Anwendungen immer voraus sein werden.“ Und er führt weiter aus: „Auch wenn beispielsweise durch Fortschritte in der Anlagentechnik die Prozesszeiten für AM weiter verkürzt werden können, wird AM für die Massenfertigung von Bauteilen voraussichtlich niemals wirtschaftlicher sein als konventionelle Verfahrensketten, sofern eine Herstellbarkeit der Bauteilgeometrie mit klassischen Technologieketten gegeben ist.“

Eine kleine Revolution in der Nische, in der Abstriche gemacht werden können, gesteht man dem AM in Fachkreisen allerdings zu. „AM wird diejenigen Nischen besetzen, in welchen die genannten Potenziale voll ausgeschöpft werden können. Diese haben sich bezüglich der Verarbeitung metallischer Werkstoffe heute in den Bereichen Luft- und Raumfahrt und Medizintechnik herauskristallisiert, also dort, wo eher geringere Stückzahlen auf komplexe Designs und höchste Ansprüche an Funktionalität, Gewicht oder Geometrie des einzelnen Bauteils treffen und demgegenüber Nachteile hinsichtlich Kosten und Fertigungszeiten in Kauf genommen werden können“, schließt Reuber. MM

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