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Gerade die Uhrenindustrie dient als Vorzeigebranche, wenn es um kleine Montageanlagen und Roboter geht. Deren Bedarf ist jedoch „überschaubar“, wie das von Roboterherstellern bezeichnet wird. Volker Spanier, Leiter Factory Automation, Epson Deutschland, Meerbusch: „Das sind fast Nischenmärkte.“ Wer dort präsent ist, hat sich aber den Ruf erarbeitet, für Präzisionsanwendungen das Equipment liefern zu können. Denn Elektroindustrie oder Medizintechnik werden im nächsten Atemzug als potenzielle Abnehmer genannt.
Mini-Scara von Epson ist käuflich zu erwerben
Was Uhren und die Produktion von Uhrwerken betrifft, hat Epson innerhalb des Seiko-Konzerns durchaus einen Vorsprung. Der schon im April in MM Maschinenmarkt vorgestellte G1-Scara zählt fraglos zu den kleinen Robotern. Das 1-kg-Gerät ist bei Seiko im Einsatz und inzwischen auch „in Deutschland als Vorserienmodell käuflich zu erwerben“, wie Volker Spanier zurückhaltend formuliert. Eine hochoffizielle Markteinführung ist für Mitte/Herbst 2009 vorgesehen.
Auch Steffen Wissel, Produktmanager bei Denso Wave, bestätigt, dass gerade die Uhrenindustrie „nach noch kleineren Systemen“ suche: „Die Grenze liegt dann beim Mikrohandling.“ Dabei setzen entweder sehr hohe Stückzahlen oder die gefragte Präzision (mit wenigen Ausnahmen) dem Einsatz von Knickarmen oder Scaras ein Limit. Die kleinsten Roboter mit Denso-Logo sind derzeit die Geräte aus der VP-Serie mit 2 und 2,5 kg Traglast. „Der Markt wächst“, bestätigt Wissel aus der Praxis. Die Nachfrage nach handlichen Systemen steige.
Zahlen nennen Roboterhersteller nicht gerne, bestätigen aber, dass immer mehr Roboter visionunterstützt zum Einsatz kommen – was nicht nur die Messeapplikation des Katana bestätigt: Hersteller und Systemintegratoren zeigen, was machbar ist.
Bei Kleinrobotern triumphiert der Scara
Obwohl Epson mit dem G1 einen kleinen Roboter im Rennen hat, gibt Volker Spanier zu bedenken, dass in der Praxis meist noch andere Eigenschaften gefragt sind: „Das Anforderungsprofil ist natürlich von Anwendung zu Anwendung unterschiedlich. Selten dominiert ein einzelnes Kriterium.“ Baugröße, Geschwindigkeit, Präzision, Reichweite, Langlebigkeit – nicht einmal für Geld kann man alles haben. Dass bei den Robotern mit niedriger Traglast die Scaras dominieren, liegt an der Zahl der Achsen. Denn mit steigender Zahl der Achsen addieren sich, ganz grob gesagt, auch die Toleranzen.
Aus ist es mit der Präzision. Volker Spanier: „Knickarm-Roboter werden auch im niederen Traglastbereich ein Thema werden – und dann auch entsprechend genau arbeiten.“ Noch müssen die Scara-Anbieter die Knickarme nicht fürchten, denn wenn bei sechs Achsen 0,1 bis 0,5 mm Genauigkeit üblich sind, „reden wir bei Scaras über 10 µm.“
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