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Personalstrategie Abschluss als Industriemeister entschärft Fachkräftemangel

| Redakteur: Claudia Otto

Industriemeister sorgen dafür, dass Arbeitsprozesse reibungslos laufen und sowohl Qualitäts- wie auch Produktionsziele erreicht werden. Der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der Dekra Akademie zeigt, welche Voraussetzungen nötig sind und welche Chancen sich aus der Qualifizierung ergeben.

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Die Aufstiegsqualifizierung zum Industriemeister bietet Bewerbern interessante Karrierechancen und trägt dazu bei, den Ingenieurmangel etwas abzuschwächen.
Die Aufstiegsqualifizierung zum Industriemeister bietet Bewerbern interessante Karrierechancen und trägt dazu bei, den Ingenieurmangel etwas abzuschwächen.
(Bild: Dekra)

Der Meisterabschluss lohnt sich gleich doppelt: Fachkräften eröffnet die Qualifizierung interessante Karriereperspektiven bis zur formalen Befähigung für ein technisches Studium; Unternehmen, die in die Weiterentwicklung von Facharbeitern investieren, können operative Führungskräfte gewinnen. Im Rahmen des Dekra-Arbeitsmarkt-Reports 2013 wurde eine Stichtagsanalyse in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Stellenbörsen sowie einem sozialen Netzwerk durchgeführt.

Industriemeister mit Fachrichtung Elektrotechnik dank Automatisierung stark gesucht

Für Industriemeister wurden 330 Stellenangebote im Volltext untersucht. Die Analyse beschränkt sich auf die sechs Fachrichtungen Elektrotechnik, Metall, Mechatronik, Logistik, Kraftverkehr sowie Schutz und Sicherheit. Sie zeigt, was Arbeitgeber erwarten.

Bedingt durch die starke Automatisierung in der Industrie und den Trend zur standortübergreifend vernetzten Produktion, suchen Arbeitgeber in den sechs ausgewählten Fachrichtungen am häufigsten Industriemeister im Bereich Elektrotechnik (53,9 %). An zweiter Stelle folgt die Fachrichtung Metall (36,4 %). 21 Stellenangebote richteten sich an Kandidaten mit Spezialisierung auf Mechatronik, die über Fachwissen und Berufserfahrung an der Schnittstelle von Elektronik und Metall verfügen.

Da Industriemeister die Qualität von Produkten und Leistungen verantworten, stehen Planungs- und Kontrollaufgaben im Fokus ihrer Tätigkeit. Die Führung und Koordination von Mitarbeitern spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Abstimmung mit Kollegen und Vorgesetzten. Auch der Kontakt mit Externen zählt häufig zu den Aufgaben. Positionen, bei denen dies der Fall ist (18,5 %), beinhalten oft auch kaufmännische Aufgaben. Ferner wird in der Qualifizierung großer Wert auf die Befähigung zur Schulung und Führung von Mitarbeitern gelegt, denn jeder dritte Kandidat ist später auch mit der Schulung und Ausbildung beschäftigt.

Arbeitgeber wollen oft Industriemeister mit Erfahrung

Für zwei Drittel der Positionen setzen Arbeitgeber Berufserfahrung voraus. Dieser Wunsch zielt wohl auf Erfahrungen in verantwortlicher Position nach dem Meisterabschluss ab. Offerten mit Angaben zum Grad an Führungsverantwortung geben den Hinweis: Jede zehnte Position richtet sich an Kandidaten, die eine Abteilungs- oder Bereichsleitung übernehmen können. 5,8 % der Positionen richten sich an Projektleiter und bei 13 Offerten soll der Bewerber künftig als Gruppen- oder Teamleiter tätig werden.

Konkrete Fachzertifikate werden selten vorausgesetzt, häufiger genannt werden Zertifikate für Siemens-Elektronik. Industriemeister für Metall müssen hin und wieder den Nachweis von CNC-Kenntnissen erbringen. CAD/CAM-Zertifikate benötigen beide Fachrichtungen. Bei Zusatzqualifikationen geht es meist um spezielle Branchen- oder Materialfachkenntnisse und den sicheren Umgang mit den MS-Office-Programmen. Für 29,1 % der Positionen sind sehr gute Englischkenntnisse Voraussetzung.

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