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Rente mit 63

Ältere Mitarbeiter als Leistungsträger wahrnehmen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Ältere Mitarbeiter werden heute wieder als Leistungs- und Wissensträger wahrgenommen. Und: die Mehrheit hat Spaß an der Arbeit. Diesen gilt es zu pflegen. Wie das geht, verrät dieser Beitrag.

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Die Bosch-Senior-Experten geben ihr Wissen an jüngere Mitarbeiter weiter und helfen zudem bei komplizierten Projekten - und das weltweit.
Die Bosch-Senior-Experten geben ihr Wissen an jüngere Mitarbeiter weiter und helfen zudem bei komplizierten Projekten - und das weltweit.
(Bild: Bosch)

Wer kennt ihn nicht, Dieter Wedels Erfolgsfilm „Der große Bellheim“. Vier Rentner machen

mit frischen Iden, Witz und Charme einen taumelnden Kaufhauskonzern wieder flott. Bei Karstadt, wo sich die Manager und Investoren die Klinke in die Hand geben, scheint das allerdings nicht zu funktionieren. Bei Siebtechnik GmbH aber schon. Allerdings war das Unternehmen keineswegs am Taumeln, sondern „pumperlgsund“, wie man in Bayern sagt - so gesund, dass man wegen Vollauslastung der Kapazitäten den größten Auftrag in der Firmengeschichte hätte ablehnen müssen.

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Rentner retten Großauftrag

Der Mittelständler aus Mülheim an der Ruhr stellt unter anderem Spezialmaschinen für die Aufbereitung mineralischer Schüttgüter her. „Wir entwickeln und produzieren in erster Linie Sondermaschinen höchster technischer Qualität“, erläutert Geschäftsführer Karl Bongartz, „und alle Siebtechnik-Zentrifugen werden für bestimmte Einsatzzwecke speziell konstruiert.“

Dann flatterte die Order aus China auf den Tisch des Hauses: 40 riesige Hochleistungszentrifugen im Gesamtwert von über 20 Mio. Euro bestellte ein chinesischer Pottaschehersteller. Doch was tun, wenn die 260 Mitarbeiter das Projekt faktisch nicht erledigen können? Aushilfen engagieren? Angesichts der komplexen Siebtechnik-Produkte keine Ernst zu nehmende Alternative. Und so suchte Firmenchef Bongartz zunächst bei Peter Effmann um Hilfe nach. Der Produktionsleiter war gerade dabei, nach 42 Jahren Werkszugehörigkeit seinen Ausstand vorzubereiten. Die Feier war schon organisiert, 120 Leute eingeladen und das Buffet bestellt. Doch Elfmann ließ Feier Feier sein und machte sich daran, sein Dreamteam zusammenzustellen, das den China-Auftrag abarbeiten sollte.

Dazu gehörten Monteur Willi Petry, der sich bereits seit zwei Jahren mit der heimischen Gartenpgflege befasste. Der Dritte im Bunde, Wolfgang Mamay, ehemaliger Schlosser in der mechanischen Abteilung, jettete von den Kanaren zurück an die Ruhr, überschlief die Sache eine Nacht und sagte dann zu - ebenso sein Exkollege Werner Perbix,

Bosch setzt auf Senior-Experten

„Damit stand unsere Rentner-Gang“, so Peter Effmann. Unterstützt wurden die vier von einigen jüngeren Kollegen und zwei Chinesen aus der Tochterfirma in China. In einer angemieteten Halle in Moers wurde flugs eine Montage eingerichtet, das passende Werkzeug gebaut und schon ging es los. Die vier Bellheims aus dem Pott hatten ihren Spaß, der chinesische Auftraggeber auch. „Das Experiment ist ohne Einschränkung gelungen und wäre im Ernstfall eine Wiederholung wert.“. bilanziert zufrieden Geschäftsführer Bongartz.

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