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Gesichtsschutz gegen Virus & Co. Alle mitmachen! 3D-Modellierung beschleunigt Gesichtsschutzfertigung

| Redakteur: Peter Königsreuther

Sandvik Coromant gibt bekannt, ein spezielles 3D-Druckverfahren zu haben, dass den Output von 3D-gedruckten Schutzschirmen aus Kunststoff stark erhöht. Der Clou heißt stapeln – und zwar Daten. So kann jeder helfen...

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Sandvik Coromant informiert jetzt über eine Möglichkeit, mit der Gesichtsschutzschirme aus Kunststoff gegen Ansteckungsgefahren schneller und günstiger gefertigt werden können. Jeder der kann, sollte jetzt mitmachen.
Sandvik Coromant informiert jetzt über eine Möglichkeit, mit der Gesichtsschutzschirme aus Kunststoff gegen Ansteckungsgefahren schneller und günstiger gefertigt werden können. Jeder der kann, sollte jetzt mitmachen.
(Bild: Sandvik Coromant)

Sandvik Coromant ist ja eigentlich für seine Expertise in Sachen Zerspanungswerkzeuge bekannt. Jetzt haben die Schweden ihr Know-how dafür eingesetzt, eine 3D-Modellierungstechnik zu ersinnen, die gestapelte Modelldaten nutzt. Der Vorteil ist, dass nun bis zu 200 Gesichtsschutzschirme gleichzeitig additiv gefertigt werden können, heißt es. Die Daten hat Sandvik Coromant bereits kostenfrei veröffentlicht, betont man. Nun folgt ein Aufruf zur Anwendung, um der Covid-19-Pandemie weiter zu begegnen.

Bis neulich quasi, war die Fertigungsmenge bei der additiven Herstellung solch persönlicher Schutzausrüstung (PSA) begrenzt, informiert Sandvik, weil 3D-Drucker immer nur auf eine CAD-Datei zurückgreifen konnten. Die Lösung der Sandvik-Ingenieure zerschlägt den Flaschenhals, weil sie den 3D-Drucker sozusagen beschummeln. Denn der glaubt, es handelt sich dabei nur im eine CAD-Datei für ein einziges Produkt.

Sandvik dupliziert dafür zuerst die Bilddaten eines Gesichtsschutzes, heißt es weiter. Bei der Herstellung kann mithilfe eines Doppelschneckenextruders der Drucker so eingestellt werden, dass er eine dünne Kunststoffkette als Stützstruktur zwischen die Schirme legt. Die Kette ist aus einem wasserlöslichen Material und kann später einfach aufgelöst werden, erklärt Sandvik. Pro üblichem Drucker werden nun 42 Gesichtsschutzschirme in 48 h herstellbar, wo zuvor in der gleichen Zeit mit nur einem gerechnet werden konnte. Mit größeren Druckern sollen es sogar bis zu 200 Stück sein.

Jeder der einen 3D-Drucker hat, kann jetzt helfen!

Sandvik Coromant hofft nun, dass das neue 3D-Modellierungsverfahren von anderen additiven Fertigungsunternehmen als die effizienteste Methode zur Herstellung von Gesichtsschutzschirmen übernommen wird. Dazu hat das Unternehmen die erforderlichen 3D-Modelldaten bereits mit verschiedenen Anbietern und Händlern von 3D-Druckern geteilt. Christian Dingfors, Produktionsingenieur bei Sandvik Coromant, ruft auf: „Wir ermutigen jedes Unternehmen, das Zugang zu einem 3D-Drucker hat, sich mit uns in Verbindung zu setzen, um Hilfestellung beim Einsatz des Druckverfahrens zu erhalten. Wir freuen uns, die 3D-Bilddaten mit jedem zu teilen, der einen Beitrag in dieser wichtigen Sache leisten möchte – einschließlich kleine Unternehmen oder auch Privatleute.“

Sandvik macht es auch schon vor: Beispielsweise habe die Abteilung Presswerkzeuge alle unkritischen Produktionsläufe für ihre 3D-Drucker gestoppt, sodass nun 75 % der Kapazität für die Herstellung von Gesichtsschutzschirmen verwendet werden könnten. Die dort gedruckten Schutzschirme spendet man an Krankenhäuser in Schweden.

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