Antriebe Antriebs- und Fluidtechnik hat Grund zur Hoffnung

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Nachdem der Bereich Antriebs- und Fluidtechnik seine Spitzenstellung im Weltmarkt auch 2008 wieder bewies, wurde er 2009 hart getroffen: Die Antriebstechnik musste einen Umsatzrückgang von 26% und die Fluidtechnik von 42% hinnehmen. Die Auftragszahlen des Jahres 2010 geben jedoch Grund zur Hoffnung.

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Für Daniel Rogusch, Projektleiter und Marktexperte bei der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH in München, ist klar: „Bei einem derartigen, erdrutschartigen Umsatzrückgang sind Sachkostenreduzierungen, Kurzarbeit und vereinzelte Personalanpassungen auf Dauer nicht ausreichend. Hier beginnt der Bereich, wo strukturelle Anpassungen vonnöten sind und auch das Geschäftsmodell als solches neu ausgerichtet werden muss.“

Denn es bleibe abzuwarten, wann dieses Branchensegment im Maschinenbau wieder zu seinem alten Leistungsniveau zurück findet. Die Prognosen schwanken laut Rogusch je nach Quelle zwischen 2012 und 2015. Dies sei zu lange zum „Aussitzen“.

Auch zweifelt Daniel Rogusch daran, dass Deutschland dann noch seine Rolle als Exportweltmeister innehaben wird. Und sogar Christian H. Kienzle, Vorsitzender des Fachverbands Fluidtechnik und Geschäftsführer der Argo-Hytos GmbH in Kraichtal-Menzingen, ist vorsichtig: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Deutschland Exportweltmeister in dieser globalisierten Welt bleibt.“ Beide Branchen stechen bisher im VDMA mit einem extrem hohen Welthandelsanteil von über 30% hervor.

Die Krise als Impulsgeber für innovative Strategien nutzen

Die Unternehmen sollten hingegen nicht abwarten. „Wer sich jetzt zurücklehnt und auf 2012 wartet, ist draußen“, mahnt Rogusch. Ähnlich sieht es auch Roland Friedrich, Branchenspezialist der Dr. Wieselhuber & Partner und Mitglied der Geschäftsleitung: „Jetzt ist die Stunde der Strategen. Wer morgen zu den Gewinnern zählt, entscheidet sich heute.“

Dazu gelte es, die Krise als Impulsgeber für innovative Strategien zu nutzen. Damit ist nicht alleine die technologische Weiterentwicklung auf Produktebene gemeint. Es gelte, allgemeinen Trends zu folgen, wie Energieeffizienz (gesetzliche Vorgaben), erhöhte Leistungsdichte bei gleichzeitiger Reduzierung des Bauraums, Condition Monitoring und Hydraulik-Hybride. Dies ist Rogusch zufolge richtig und wichtig, reiche aber auf Dauer nicht aus.

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