Lineartechnnik

Anwendungssicherheit von Profilschienenführungen

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In der Regel liegen die Kraftübertragungsgrenzen von Schraubverbindungen deutlich unter der zulässigen Tragfähigkeit der Führungen. Dadurch besteht potenziell die Gefahr des Verrutschens bei hohen Lasten. Um dem zu begegnen, werden anhand von Ausführungsbeispielen weitere konstruktive Maßnahmen zur formschlüssigen Absicherung von Führungswagen und Schiene beschrieben. An diesem Sachverhalt wird in besonderer Weise die Bedeutung der DIN 637 für allgemeine Sicherheitsaspekte von Profilschienenführungen bei besonderen Einsatz- und Umgebungsbedingungen deutlich.

Die Berechnung der Lebensdauer von Profilschienenführungen stellt ein weiteres komplexes Thema dar. Anders als im Vergleich zum Rotativ-Wälzlagerwissen fühlen sich viele Anwender auf diesem speziellen Gebiet weniger versiert. Daher widmet die DIN 637, ergänzend zu den Herstellerangaben, ein Kapitel der Berechnungsmethodik der Lebensdauerberechnung dieser Führungen.

Sicherheitsrelevante Fragen während der Produktentstehung berücksichtigen

Schließlich werden konkrete Empfehlungen zur Risikominimierung beim Einsatz sowie Hinweise für korrekte Lagerung, Verpackung und Transport von Profilschienen als Einzelkomponenten, aber auch im Einbauzustand in der Maschine dargelegt. Aufwand entsteht auch durch individuelle, auf die Anwendung zugeschnittene Produktdokumentation. Hierzu bietet die DIN 637 ebenfalls Unterstützung. Mit Bezug auf entsprechende Inhalte der Norm kann dieser Prozess vom Anwender effizienter gestaltet und so quasi standardisiert werden.

Durch konsequente Anwendung der DIN 637 wird gewährleistet, dass sicherheitsrelevante Fragen bereits im Produktentstehungsprozess berücksichtigt werden. So können mögliche Auslegungsfehler vor einer Inbetriebnahme von mit Profilschienenführungen ausgestatteten Maschinen oder Anlagen vermieden werden. Auch mögliche Gefahrenpotenziale durch unsachgemäße Verwendung in der Nutzungsphase können im Vorfeld mittels des beschriebenen Auslegungsverfahrens abgewendet oder deutlich minimiert werden. Somit finden relevante Sicherheitsaspekte sowie Risikobewertungen systematisch Berücksichtigung und werden integraler Bestandteil des Auslegungsverfahrens von Profilschienenführungen. Folglich reduzieren sich potenzielle Reklamationsfälle beziehungsweise können mit Bezug auf diesen Standard effizienter bearbeitet werden.

Die DIN 637 leistet ihren Beitrag, um Anwendungen von Profilschienenführungen für Anwender und Hersteller sicherer und produktiver zu machen. Durch Kenntnis und Nutzung einschlägiger Normen wird diesem Umstand Rechnung getragen. Dies trägt schlussendlich zu einer verbesserten Kunden-Lieferanten-Beziehung in der Wertschöpfungskette bei, denn eine aktive Anwendung von Normen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.

An der Norm mitgearbeitet haben folgende Mitglieder im DIN-Normenausschuss: Bosch Rexroth AG; Schaeffler Technologies AG, SKF GmbH, Schneeberger GmbH, THK GmbH, WZL der RWTH Aachen.

* Henryk Velde ist Obmann des DIN-Normenausschusses NA 118-01-11 AA und Leiter Zentrale Produktentwicklung bei der Linear Motion Unit der SKF GmbH in 97421 Schweinfurt

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