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Instandhaltung von Windenergieanlagen

Assistenzsystem mit Datenbrille erleichtert den Service

| Redakteur: Beate Christmann

Im Projekt AR Maintenance System haben Bremer Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft ein Assistenzsystem mit Datenbrille zur Unterstützung des technischen Servicepersonals in Windenergieanlagen entwickelt.
Im Projekt AR Maintenance System haben Bremer Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft ein Assistenzsystem mit Datenbrille zur Unterstützung des technischen Servicepersonals in Windenergieanlagen entwickelt. (Bild: Any-Motion)

Bremer Wissenschaftler haben die Ergebnisse des Forschungsprojekts AR Maintenance System vorgestellt. Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie haben sie ein Assistenzsystem mit Datenbrille entwickelt, das technisches Servicepersonal mithilfe von Augmented Reality bei der Instandhaltung von Windenergieanlagen unterstützen soll.

Dank Augmented Reality (AR), also der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung, soll Technikern die Arbeit bei der Instandhaltung von Windenergieanlagen erleichtert werden. Forscher des BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen haben zu diesem Zweck gemeinsam mit den Unternehmen Any-Motion aus Bremen und Com-Back aus Oberreichenbach in Baden-Württemberg im Rahmen des Forschungsprojekts AR Maintenance System ein Assistenzsystem mit Datenbrille entwickelt.

Mehr sehen mit Augmented Reality und so effektiver arbeiten

Mithilfe einer halbtransparenten 3D-Datenbrille sehen die Techniker neben der vor ihnen liegenden realen Umgebung in der Blickfeldanzeige auch virtuelle Einblendungen wie Wegbeschreibungen oder Technikdaten. So soll das System auf sicheren Wegen zu den Einsatzorten in den komplexen Windenergieanlagen (WEA) leiten können. Dort liefert es dann Informationen, die zur Erledigung der Wartungs- oder Reparaturaufträge erforderlich sind. Über ein mit dem System verbundenen Tablet und per Handgesten lassen sich nach Bedarf auch weitere Informationen abrufen und in die Brille einblenden. Zudem soll es möglich sein, über sichere Online-Datenverbindungen externe Hilfe in Anspruch zu nehmen und zum Beispiel live Experten in aller Welt zuzuschalten. Nach entsprechender Autorisierung sollen diese auch Zugriff auf das System erhalten. Darüber hinaus übernimmt das System nach Angabe seiner Entwickler zeitaufwändige und vielfach als lästig empfundene Dokumentationspflichten, denn über die Brille werden die Arbeiten erfasst und in das System eingespeist.

Herausforderung Datenmanagement und besonderes Augenmerk auf IT-Sicherheit

Eine große Herausforderung in dem Projekt lag im Management der sehr großen Datenmengen. Zudem stellte die IT- und Datensicherheit ein hochsensibles Thema dar. „Wir mussten sicherstellen, dass alle Daten nur den Kunden oder ausschließlich von ihnen autorisierten Stellen zugänglich sind“, sagt Com-back-Geschäftsführer Achim Issmer.

Großes Interesse in der Wirtschaft – geeignet auch für andere Branchen

„Das Interesse der Wirtschaft an dem System ist groß“, weiß BIBA-Projektleiter Moritz Quandt. „Unsere Forschungen waren darauf ausgelegt, das System auch in anderen Branchen nutzen zu können“, sagt er. Es gebe zahlreiche Anwendungsfelder und darüber hinaus etliche Optionen für die Ergänzung zusätzlicher Anwendungen. Nach der erfolgreichen Entwicklung des Demonstrators müsse das AR Maintenance System nun zunächst einmal zur Marktreife weiterentwickelt werden. Noch suchen die Projektbeteiligten nach einem geeigneten Partner.

Das Verbundvorhaben wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) gefördert und vom Unternehmen wpd, das weltweit Windparks entwickelt und betreibt, begleitet.

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