Kostbares erhalten Auch sehr alte Maschinen werden per Retrofit wieder konkurrenzfähig

Von Cornelia Gewiehs 7 min Lesedauer

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Relativ wenige wissen, dass auch sehr alte Maschinen ressourcenschonend und ökonomisch sinnvoll durch Retrofit auf Hightech-Niveau aufrüstbar sind. Das will auch die EMO Hannover 2023 zeigen.

Was tun, wenn so eine gigantische Gantry-Fräsmaschine, wie diese von Waldrich Coburg, nach 40 Jahren nicht mehr das leistet, was moderne Zeiten verlangen? Nun, die EMO Hannover 2023 will die Frage beantworten – etwa mit dem Tipp Retrofit. Hier noch vor der Überholung ...(Bild:  Waldrich Coburg)
Was tun, wenn so eine gigantische Gantry-Fräsmaschine, wie diese von Waldrich Coburg, nach 40 Jahren nicht mehr das leistet, was moderne Zeiten verlangen? Nun, die EMO Hannover 2023 will die Frage beantworten – etwa mit dem Tipp Retrofit. Hier noch vor der Überholung ...
(Bild: Waldrich Coburg)

Die Werkzeugmaschine ist ein kostbares Gut. Je teurer sie in der Anschaffung ist, umso mehr gute Gründe dürfte es geben, sie sorgsam zu warten und im Bedarfsfall zu reparieren, um sie möglichst lange im Produktionsprozess zu halten. Eine Lebensdauer von 20 oder 30 Jahren ist dann keine Seltenheit. Doch sollte in Zeiten von Retrofit oder Re-Manufacturing überhaupt noch von einem „End of Life“ die Rede sein? Obwohl die Werkzeugmaschine bereits als Vorbild für die moderne Kreislaufwirtschaft gehandelt wird, dürfte in der Welt der Produktionstechnik noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Das gilt für den ökologischen Nutzen digitaler Wartungs- und Instandhaltungsstrategien ebenso wie für die Erkenntnis, dass sich selbst sehr alte Maschinen modernisieren lassen, was viele positive Effekte mit sich bringt.

Knappe Ressourcen zwingen zur Kreislaufwirtschaft

Die Knappheit bestimmter Rohstoffe sowie Klima- und Umweltziele erfordern ein Umdenken. Das wird auch auf der EMO Hannover 2023 rund um das Trendthema „Future of Sustainability in Production“ diskutiert werden. Mit dem aktuellen Stand der Produktionstechnik würde allein die Herstellung von Stahl, Aluminium, Kunststoffen und Zement im 21. Jahrhundert etwa 800 Gigatonnen CO2 verursachen, rechnet Prof. Dr. Holger Kohl vor, stellvertretender Institutsleiter und Leiter des Geschäftsfeldes Unternehmensmanagement beim Fraunhofer-IPK in Berlin. Damit wäre das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bereits verfehlt. Deshalb ist es so wichtig, betont Kohl, der auch Mitglied der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) ist, dass solche Materialien im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden. Ressourcen zu schonen, sei neben der Reduzierung des Energieverbrauchs nicht zuletzt die zweite große Säule nachhaltigen Wirtschaftens.

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Kreislaufwirtschaft bedeutet mehr als Recycling

Anders als bei der gegenwärtig noch vorherrschenden Linearwirtschaft, bei der kurzlebigere Produkte nach der Nutzung einfach entsorgt werden, setzt die Kreislaufwirtschaft auf eine möglichst lange Nutzungsdauer durch Reparatur, Wiederverwertung und Recycling. Ressourcen werden also immer wieder zu neuen Komponenten oder modernisiert. Unter kreislaufwirtschaftlichen Aspekten sind für die Werkzeugmaschine Themen wie Wartung und Instandhaltung zur Lebensdauerverlängerung sowie die Wieder- und Weiterverwendung von Komponenten und Bauteilen höchst relevant, erklärt Kohl. Das gelte für die Industrie nicht anders als für Wissenschaft und Forschung.

In der Regel werden Werkzeugmaschinen, vor allem in den DACH-Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) bereits so konstruiert, dass sie viele Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – störungsfrei, präzise und wirtschaftlich funktionieren. Für Fräs-, Dreh- oder Schleifmaschine gilt aber auch, dass die Dauer, bis sich Genauigkeit und Zuverlässigkeit verschlechtern, vom grundsätzlichen Aufbau der Maschine abhängt und davon, wie stark sie beansprucht und wie gut sie gewartet wird, führt Paul Kössl, Global Head of Business Development and Marketing der international aufgestellten United Grinding Group mit Hauptsitz in der Schweiz, weiter aus. Sein Unternehmen ist im Übrigen mit diversen Marken auf der EMO Hannover 2023 präsent. Die Unternehmensgruppe mit weltweit rund 2.500 Beschäftigten setzt dabei auf präventive Wartung, um Ausfallzeiten zu minimieren und die Lebensdauer der Maschinen zu verlängern. Präventive Wartung soll aber nicht nur Erkenntnisse über den aktuellen Zustand der Ausrüstung liefern, sondern auch über Teile und Prozesse sowie darüber, was in naher Zukunft repariert, ersetzt oder aufgerüstet werden müsse. Ergänzend dazu bietet United Grinding zunehmend digitale Produkte und Assistenzsysteme an, wie etwa den „Service-Monitor“, der Wartungsaufgaben auch für mehrere Maschinen gleichzeitig zentral verwaltet, überwacht und dokumentiert.

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