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Aus textilen Halbzeugen werden Tailored Blanks

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Textile Fließhilfen mit gewirkter Grundstruktur zur Verbesserung der Harzinfusion

Im Bereich Faserverbundwerkstoffe unterstützt Gerster Techtex die Anwendung von Vakuuminfusionsverfahren wie VAP mit textilen Fließkanälen und flächiger Fließmedia. Fließkanäle haben die Aufgabe, das Harzsystem möglichst gleichmäßig ins Bauteil einzutragen und dafür zu sorgen, dass die Luft aus dem Vakuumverbund entweicht. Die als Kanäle hergestellten Bänder bestehen aus gewirkter Grundstruktur und aus Monofilamenten gebildeten Schlingen.

Diese Schlingen fungieren als eigentlicher Fließkanal, der das Harzsystem gleichmäßig in das Preform im Werkzeug transportiert. Die Bänder werden zur Harzinfusion sowie zum Evakuieren der Luft und des überschüssigen Harzes verwendet. Sie lassen sich wegen des Abreißgewebes nach der Aushärtung ohne Rückstände und Abdrücke vom Bauteil entfernen. Kennzeichnend für die textilen Fließkanäle ist eine sehr gute Drapierfähigkeit infolge der gewirkten Grundstruktur.

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Flächige Fließhilfe unterstützt Vakuuminfusionsverfahren

Als Fließmedia bezeichnet man eine flächige Fließhilfe, die bei der Harzinfusion als Harzverteilungsmedium verwendet wird. Sie besteht aus einer gewirkten Grundstruktur und aus Monofilamenten gebildeten Schlingen – und wird zu 100% aus Polyester gefertigt. Das Flächengewicht beträgt 100 g/m2. Die flächige Fließhilfe unterstützt zum Beispiel das Vakuuminfusionsverfahren, weil es das Harz im Bauteil gleichmäßig verteilt.

Außer als flächiges Verteilungssystem lässt sie sich bei der VAP-Technik auch als Vakuumschicht zwischen der semipermeablen Membran und der Vakuumfolie verwenden. Der besondere Vorteil liegt in der guten allseitigen Drapierbarkeit und der geringen Dicke, was die Verarbeitung erleichtert. Die Fließmedia kann mit den Fließkanälen kombiniert werden, sodass eine optimale Harzverteilung im Bauteil gesichert ist.

Carbonfasern auch für beheizbare Textilien genutzt

Der Geschäftsbereich Techtex von Gerster fertigt auch beheizbare Textilien an. Diese Heiztextilien bestehen aus einem gewirkten Trägertextil – meist aus Glasfasern oder Polyesterfasern – und integrierten Carbonfaserstrukturen. Zur Wärmeerzeugung wird das Heiztextil beidseitig elektronisch kontaktiert.

Weil Carbonfasern im Vergleich zu Heizdrähten einen höheren elektrischen Widerstand haben, ist eine geringere Spannung erforderlich. Weitere Kennzeichen der Heiztextilien sind die sehr gute Drapierbarkeit und Robustheit.

Je nach Anforderung können aus den textilen Heizelementen kundenspezifische Lösungen gefertigt werden. Es gibt jedoch auch Standardprodukte, die in wenigen Tage lieferbar sind. Zu den Aufgaben der Heiztextilien gehört das einfache und flexible Aufheizen von Formen und Materialien. Beispiele dafür sind beheizbare Werkzeugkavitäten, das Aufheizen von GFK-Laminaten sowie Heizmatten für den industriellen und privaten Gebrauch. So finden Heiztextilien konkret Anwendung in beheizten Böden und Flächen.

* Gerd Rauenbusch ist Sales Manager Composites im Geschäftsbereich Techtex der Gustav Gerster GmbH & Co. KG in 88400 Biberach/Riss. Hans-Peter Hartmann ist Sales Manager Heating Textiles im selben Geschäftsbereich

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