Globale Korn-Ferry-Studie Auto-Manager der Zukunft müssen schneller und gezielter Trends entdecken
Strategische Wendigkeit ist die wichtigste Kompetenz für künftige Spitzenmanager in der Automobilindustrie. Das sagen vier von fünf Mitgliedern des Top-Managements global agierender Automobilkonzerne.
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Auf Platz zwei und drei folgen die Fähigkeiten, eine Innovationskultur zu schaffen (74 %) und der adäquate Umgang mit permanenter Unsicherheit (69 %). Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Executive-Search- und Talent-Management-Beratung Korn Ferry, die mit 52 Führungskräften der ersten Ebene von Automobilherstellern weltweit persönliche Interviews durchgeführt hat.
„Langfristige Strategien haben sich in einer immer schneller verändernden Welt und der daraus folgenden Volatilität der Märkte heute überholt. Ganz besonders gilt das für die Automobilindustrie“, sagt Dr. Martin Stemmler, Senior Partner von Korn Ferry. Die immer stärkere Digitalisierung und Automatisierung des Autos, neue Antriebsarten, eine Entwicklung der Kaufbereitschaft vom Produkt Auto hin zum Service Mobilität, der Einstieg von IT-Firmen in den Automobilbau: Diese Entwicklung ist nur wenige Jahre alt, hat die Automobilindustrie aber bereits jetzt spürbar verändert. „Und jeden Tag kann noch etwas Neues passieren. Wer künftig einen Automobilhersteller führen will, der kann nicht einfach wie früher viele Jahre in die Zukunft planen. Zwar darf er seine Vision nicht aus den Augen verlieren. Er muss aber sehr schnell auf neue Entwicklungen und Ereignisse gezielt und entschlossen reagieren, um nicht wichtige Trends zu verpassen.“
Grenzen zwischen Intern und Extern in Projektteams verschwinden
Zwei Drittel der befragten Top-Manager sind sich darum einig, dass vor allem die Fähigkeit zur Inspiration anderer und die Einfühlen in andere Kulturen und Denkmuster zentrale Anforderungen an den Automobilmanager der Zukunft sind. Stemmler sagt: „Denn die geforderte Wendigkeit können Automobilhersteller nur dann einlösen, wenn sie andere, weniger hierarchische und stärker integrierende Arbeitsumgebungen schaffen. Manager müssen künftig Teams steuern, die nicht nur international, sondern auch in ihrer Arbeitskultur vollkommen verschieden sind: Da sitzen deutsche Ingenieure mit indischen IT-Experten, amerikanischen Management-Beratern, Experten von osteuropäischen Zulieferern und israelischen Tech-Start-Ups an einem Tisch. Die Grenzen zwischen intern und extern verschwimmen. Dieses Team gilt es für ein Ziel zu inspirieren, um es dann selbst den besten Weg zum Erfolg finden zu lassen. Da helfen keine Direktiven von oben, an die sich viele gar nicht verstehen oder an die sie sich nicht gebunden fühlen.“
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