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Blechbiegen

Automation macht das Schwenkbiegen produktiver

| Autor: Stéphane Itasse

Der Rotations-Teilemanipulator in der Trubend Center 7030 bringt die Teile automatisch in die richtige Position.
Der Rotations-Teilemanipulator in der Trubend Center 7030 bringt die Teile automatisch in die richtige Position. (Bild: Itasse)

Bei großformatigen Blechen kommt schnell das Schwenkbiegen als Alternative zum Abkanten in Betracht. Mit einer Option zur weiteren Automatisierung gelingt es einem Zulieferer darüber hinaus, ein Problem zu mildern, das in der Industrie weit verbreitet ist.

Als Unternehmen steht Schaller Technik auf zwei Beinen. Das eine sind Anlagen für die Fettversorgung, vor allem in der Automobilindustrie (siehe Kasten). „Dieser Geschäftszweig ist allerdings sehr konjunkturabhängig, deshalb haben wir seit 1995 die Blechbearbeitung als zweites Standbein aufgebaut“, berichtet Geschäftsführer Bernhard Berberich im Gespräch mit MM Maschinenmarkt. Am Anfang stand dabei nur das Schweißen, doch mittlerweile ist ein umfassendes Paket daraus geworden: Maschinen und Anlagen zum Stanzen, Abkanten, Laserschneiden, Entgraten, Pulverbeschichten oder für die CNC-Metallbearbeitung finden sich in den Hallen und auch die Montage gehört zum Angebot. Gefertigt werden damit beispielsweise Gestelle und Verkleidungen für Lötmaschinen – in Wertheim befinden sich zahlreiche Hersteller dafür.

Bewusst hohe Fertigungstiefe

Berberich setzt mittlerweile bewusst auf eine hohe Fertigungstiefe in der Blechbearbeitung. „Früher hatten wir mehr nach außen gegeben und hatten dann die Reklamationen des Kunden, wenn etwas nicht geklappt hat und wir in Zeitverzug kamen. Jetzt sind wir flexibler, weil wir alles selber machen. Das ist unser großes Plus in der Region“, sagt er.

Die Blechbearbeitung bei Schaller Technik orientiert sich eindeutig in Richtung von Großteilen. Die Bleche erreichen Abmessungen von 3000 mm x 1500 mm. So ist es nur folgerichtig, dass neben den Abkantpressen auch eine Schwenkbiegemaschine in der Fertigung steht. Und zwar nicht irgendeine: Die Trubend Center 7030 ist eine der allerersten Maschinen dieses Typs, die mit einem Rotations-Teilemanipulator ausgerüstet ist. Damit können die Bauteile vollautomatisch gebogen werden: Der Manipulator fixiert die Platine und dreht sie bei Bedarf in Position – mit Achsgeschwindigkeiten bis 3000 mm/s.

Das Maschinenkonzept der Trubend Center 7030 bietet eine große Format- und Formenvielfalt, sei es bei Aluminium bis 4 mm Blechdicke, bei Baustahl bis 3 mm oder bei Edelstahlblechen bis 2,2 mm, wie der Hersteller berichtet. Die Maschine bearbeitet kurze Schenkellängen, Schachtelhöhen bis 220 mm, kleine Profile, schmale oder negative Kantungen und unterschiedliche Radien. Letztere lassen sich mit ein und demselben Werkzeug schnell biegen. Da sie eine Wiederholgenauigkeit im Hundertstelmillimeterbereich und mechanisch stabil ausgeführte Werkzeuge besitzt, kann sie zudem abdruckarm produzieren.

Für exakte Winkel ist die Trubend Center 7030 mit dem System ACB (Automatically Controlled Bending) ausgestattet. Die beiden ACB-Lasermodule für negative und positive Kantungen sitzen bei den zusätzlichen Biegewerkzeugen und fahren für den Messvorgang automatisch in Position. Für die Messung projiziert der Laser eine Linie auf das Blech. Eine Kamera erkennt die Lage der Linie und berechnet den Winkel des Teils in Echtzeit.

Von Schwenkbiegemaschine überzeugt

„Wenn man das entsprechende Teilespektrum hat und die Maschine auslastet, ist sie richtig gut“, sagt Berberich. Schon von Anfang an war er von der Trubend Center 7030 angetan: „Der Betriebsleiter und ich haben die Maschine bei Trumpf gesehen und gleich gedacht, das ist was für uns.“ Denn das Schwenkbiegen ist bei großen Teilen nicht nur vorteilhaft im Vergleich zum Abkanten. Die Maschine lindert mit ihrer Automation zugleich ein anderes Problem, das in der Industrie weit verbreitet ist: den Fachkräftemangel. „Die Maschine läuft nach der Programmerstellung automatisch, der Bediener be- und entlädt sie nur“, erläutert der Geschäftsführer von Schaller Technik. Im Vergleich zu einer Roboterzelle arbeitet die Trubend Center 7030 schneller, sagt er weiter. Als weiteren Vorteil sieht er den geringen Rüstaufwand – die Maschine rüstet sich selbst. Schließlich ist noch der vergleichsweise geringe Platzbedarf zu nennen: Vergleichbare Schwenkbiegemaschinen mit Manipulator von anderen Herstellern haben alle eine Umhausung, die Trubend Center 7030 kommt ohne aus.

Ergänzendes zum Thema
 
Spezialist für Anlagen zur Fettversorgung
Als Fritz Schaller im Jahr 1975 sein Unternehmen gründete, waren Container zur Fettversorgung das erste Produkt. Mittlerweile sind komplette Anlagen daraus geworden, einschließlich Planung und Montage.

Programmieren kann man sowohl an der Maschine als auch in der Arbeitsvorbereitung. „Das ist ein gutes Programm“, lobt Berberich die installierte Software. Der Bediener kann jederzeit auch die automatisch programmierten Vorschläge für den Biegeablauf optimieren.

Nur manchmal stößt die Schwenkbiegemaschine bei großen Schachtelhöhen an ihre Grenzen: Wenn nach vielen Kantungen die Teile zu hoch sind, müssen sie abschließend auf der Abkantpresse direkt daneben bearbeitet werden. Hier zeigt sich dann gleich der Vorteil der Trubend Center 7030: An der Abkantpresse müssen bei den großen Teilen auch schon mal zwei Mitarbeiter mit anpacken, die das Werkstück einführen und biegen.

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