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Diese Situation ist jedoch bei Weitem nicht die Regel. „Bei vielen Unternehmen ist es so, dass es den klassischen Facility Manager und den klassischen Anlagenbetreiber gibt“, beklagt Knafla. Wenn man Glück habe, würden diese noch über digitale Schnittstellen sprechen, über die sie Daten austauschen. Allerdings seien diese Leute in unterschiedlichen Welten unterwegs, wenn es um das Zählen und Messen gehe. Wie es dort dennoch zu einem Zusammenwachsen kommen könne, lasse sich beispielhaft am Thema Beleuchtung darstellen.
Transparenz ist eine Voraussetzung beim Energiesparen
Jeder kenne das Problem, dass große Logistikhallen in helles Licht getaucht sind, auch wenn niemand anwesend ist und keine Waren auf den Förderbändern bewegt werden. Bei Phoenix Contact hätten das Logistikmanagement, die Automation und das Facility Management gemeinsam eine energieeffiziente Lösung gefunden: die präsenzabhängige Steuerung der Beleuchtung. Dadurch habe der Jahresstromverbrauch um 14 % im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden können.
Um solche Resultate zu erreichen, bedarf es der systematischen Energieerfassung mit anschließender Auswertung der Messergebnisse. „Transparenz ist dabei eine elementare Voraussetzung“, betont Christoph Schneider von der IFM Consulting GmbH in Appenweier und fährt fort: „Ich muss wissen: Wo sind meine Verbraucher? Welche Verbraucher sind am stärksten? Wo habe ich den größten Druckluftverbrauch? Welche elektrische Energie habe ich im Einsatz?“
Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, müsse im Rahmen eines umfassenden Engineerings entsprechende Software eingebracht und angebunden sowie die passende Hardware eingeführt werden.
Bei Altanlagen lohnt es sich, ein Condition Monitoring einzuführen
Damit ein entsprechendes Condition-Monitoring-System in den Industriebetrieben installiert werden kann, sind zunächst die Anlagen zu priorisieren. „Ich muss prüfen, welche Anlagen es betreffen soll“, erläutert Schneider. Man müsse entscheiden, welche Maschinen aus dem Bestand in das System einzubringen sind und welche neuen, vielleicht noch gar nicht gelieferten Anlagen einbezogen werden. Gerade bei Neuanlagen stelle sich das Problem, dass sie zunächst mit einer IT-Vorrüstung zu versehen sind, die erst eine Integration in das System ermöglicht. Weil sich jedoch der Anteil der Altanlagen in den Unternehmen auf 95 % belaufe, lohne es sich, dort ein Condition Monitoring einzuführen, mit dem Energie und Kosten eingespart, die Anlagen also produktiver gestaltet werden können.
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