Automatisierung

Automatisieren mit Druckluft energieeffizient gestalten

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Das Einsparpotenzial bleibt jedoch oft ungenutzt. „Auch weil die technische Ausrüstung zur Identifikation von Verlustquellen in vielen Fällen nicht zur Verfügung steht“, weiß Johannes Filbig, Trainer und Berater in Sachen energieeffiziente Druckluftanlagen der Festo Didactic GmbH & Co. KG in Denkendorf. Verbräuche werden nur selten gemessen oder überwacht. Die Kostensituation bleibt meist intransparent. Oft blockieren auch geringe Zeitressourcen im Alltagsgeschäft die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen.

In Seminaren vermittelt Filbig nützliches Wissen rund um die fach- und sachgerechte Dimensionierung und Instandhaltung von Druckluftanlagen. Basis dafür ist das Druckluftanlagen-Simulationssystem Air-CS, das zwischen Drucklufterzeugung (Verdichter) und simulierten Prozess eingebunden ist. Die integrierte Messtechnik ermöglicht zusammen mit der Software Fluidlab-Air-CS ein umfassendes Monitoring, beispielsweise die Messung des Druckluftverbrauchs in der Produktion, die Erfassung der Leckage in Druckluftverteilungsnetzen, die Messung des Strömungswiderstandes von pneumatischen Komponenten und die Prüfung der Leistung einer Verdichteranlage.

Wärmerückgewinnung bietet großes Potenzial

Wenn es darum geht, Energiebedarf und -kosten von Druckluftanlagen zu senken, sollte auch die Wärmerückgewinnung ins Kalkül gezogen werden: bis zu 96 % der Kompressorantriebsenergie stehen als Wärme zur Zweitnutzung bereit. Nur etwa 2 % gehen durch Wärmestrahlung verloren und rund 2 % verbleiben als Wärme in der Druckluft.

„Am einfachsten und effizientesten ist es, die vom Kompressor erwärmte Kühlluft direkt zu nutzen“, weiß Thomas Steiner, Vertriebsprofi der Kaeser Kompressoren AG, Coburg, Niederlassung Stuttgart. Dabei leitet ein Luftkanalsystem die Warmluft in benachbarte Lagerräume oder Werkstätten. Besteht kein Heizluftbedarf, dann wird die erwärmte Abluft durch einfaches Umstellen einer Schwenkklappe oder Jalousie ins Freie geleitet. Wie Steiner erläutert, lässt sich neben der Voll- oder Zusatzheizung für Betriebsräume die warme Abluft des Kompressors beispielsweise auch zum Unterstützen von Trocknungsprozessen, zum Aufbau von Warmluftschleusen oder zum Vorwärmen der Brennerluft von Heizanlagen einsetzen. „Oft amortisieren sich die entsprechenden Investitionen schon innerhalb eines Jahres“, weiß Steiner.

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