Automatisierung

Automatisieren mit Druckluft energieeffizient gestalten

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Natürlich lässt sich die Kompressorabwärme von Schraubenkompressoren mittels Wärmetauschern auch in vorhandene Warmwasser-Heizsysteme und Brauchwasseranlagen einspeisen. „So sind bei fluidgekühlten Maschinen etwa 76 % und bei trockenverdichtenden Systemen bis zu 96 % der installierten Kompressorleistung wärmetechnisch nutzbar“, konkretisiert Steiner.

Einen neuen Weg zur Erzeugung und Nutzung der Druckluft eingeschlagen und für die Praxis anwendbar gemacht hat die Postberg + Co. GmbH, Kassel, in Kooperation mit der Hübner GmbH, Kassel. Anstatt Druckluft aus elektrischer Energie zu erzeugen, kann die von Postberg konzipierte KWK-Druckluft-Anlage mit Erdgas oder Biogas angetrieben werden. Die dabei anfallende Wärme wird an mehreren Stellen des Verbrennungsmotors durch Wärmetauscher für Prozess- und Heizwärme ausgekoppelt und zu fast 100 % industriell verfügbar gemacht. So werden zwei Drittel der Primärenergie eingespart. Die Pilotanlage beim Unternehmen Hübner wurde im Juli 2013 in Betrieb genommen.

Das neue Kraft-Wärme-gekoppelte-Druckluft-System reduziert den Primärenergiebedarf für die Druckluft- und Wärmeerzeugung nahezu auf ein Drittel. „Hinsichtlich der Treibhausgasemission kann ein KWK-Druckluft-System 240 t CO2 pro Jahr einsparen“, betont Postberg-Geschäftsführer Hans-Jürgen Postberg. Ziel des durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten Projektes ist es, 500 solcher Anlagen zu betreiben.

Energiekosteneinsparung von 50 % bei der Druckluft

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern 500 solcher KWK-Druckluft-Anlagen zu bauen und zu vertreiben, um 25 MW Wärmeleistung mittels KWK-Anlagen zu installieren. Dies ist ein wichtiger Beitrag der Industrie zum Gelingen der Energiewende. Mit ersten potenziellen Kunden in der Lebensmittel-, Zement- und Automobilbranche wurden bereits erste Gespräche geführt“, erklärt Postberg-Geschäftsführer Peter Otto. Eine Planung und Simulation des gasbetriebenen Druckluft-Gesamtsystems mit dem Simulationswerkzeug Simulyse im Vorfeld der Investition gewährleistet dem Anwender eine Energiekosteneinsparung von mindestens 50 % bei der Druckluft. „Voraussetzung ist ein möglichst ganzjähriger Wärmebedarf“, betont Otto.

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