Composites Europe 2011

Automatisierte CFK-Serienfertigung im Fokus vieler Aussteller

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Das Vorpreschen von BMW zwingt auch andere Automobilhersteller, den Einsatz von Kohlenstofffasern in ihren Modellen zu intensivieren. So plant Mercedes nach der Erprobung im Supersportwagen SLR ab dem kommenden Jahr auch in normalen Baureihen mehr CFK zu verarbeiten. Dazu wurde eine Partnerschaft mit dem japanischen Kohlenstofffaser-Produzenten Toray eingegangen.

Geplant ist, CFK nun bei Fahrzeugserien in der Größenordnung von 20.000 bis 40.000 Einheiten einzusetzen. Generell will das Unternehmen jedoch weiterhin die Mischbauweise aus Stahl-, Aluminium- und eben auch Kohlenststofffaserelementen bevorzugen.

Mischbauweise mit CFK maximiert die Wertschöpfung

Auch Audi bündelt seine Verbundwerkstoffkompetenzen und hat dazu am Standort Neckarsulm ein interdisziplinäres Technikum für CFK eingerichtet. Ziel ist es, die Verarbeitungsprozesse für CFK in der Serienfertigung zu industrialisieren. Das Unternehmen will Composites in einem intelligenten Materialmix zum Beispiel mit Aluminium und Stahl so einsetzen, dass sie zur jeweils besten Wertschöpfung führen.

Das Prepregverfahren, das beim Modell Audi R8 GT angewendet wird, ist jedoch mit rund 4 h Zyklusdauer sehr zeitaufwendig. Es eignet sich daher vor allem für die Kleinserienfertigung. Dagegen birgt das RTM-Verfahren ein höheres Potenzial für eine wirtschaftliche Automatisierung. Es wird beim Audi R8 Spyder eingesetzt. Damit liegen die Zykluszeiten bei lediglich 30 min.

Mit dem neuen Advanced Composites Research Center (ACRC) in Sant’Agata Bolognese hat auch Lamborghini 2010 ein Forschungszentrum für CFK ins Leben gerufen. Schon in der Aufbauphase wurde dort ein neuer, effizienter Produktionsprozess für hochkomplexe CFK-Strukturen entwickelt und durch diverse Patente gesichert – der Durchbruch für die nächste Generation von Kohlefaserkomponenten, jeißt es. Der Fokus der Ingenieure liegt auf den so genannten „Out of Autoclave“-Techniken – etwa RTM und Vakuum-RTM, die das Kunstharz per Unterdruck um die Kohlenstofffasern verteilen – oder der Druckformung, bei der Kohlenstofffasern und Harz in einer Hochdruckpresse zusammenkommen.

Faserknappheit könnte Marktentwicklung von CFK bremsen

Die Initiativen der Automobilhersteller belegen, welche Potenziale der Fahrzeugmarkt den Verarbeitern von Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoffen und den Herstellern entsprechender Maschinen- und Anlagentechnik bietet. Nur eine Tatsache könnte den CFK-Siegeszug laut Messeveranstalter bremsen: Weil die Fasern auch in der Luftfahrttechnik, bei den Sportartikelherstellern und im Anlagenbau verarbeitet werden, warnen erste Experten bereits davor, dass nicht genug Fasermaterial für Volumenmodelle verfügbar sein könnte.

Die Fachmesse Composites Europe 2011 zeigt vom 27. bis 29. September in Stuttgart die gesamte Prozesskette von Verbundwerkstoffen – vom Rohmaterial über Halbzeuge und die Verarbeitung bis zur Qualitätskontrolle, Oberflächenveredelung und Montage. Zur sechsten Auflage der Messe werden mehr als 300 Aussteller erwartet. Veranstaltet wird die Composites Europe von Reed Exhibitions. Den Auftakt zur Messe bildet am 26. und 27. September die internationale Branchentagung der AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V.

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